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Die Wildkatzen sind zurück im Schwarzwald

Nach dem Luchs und dem Uhu ist nun auch die Wildkatze in den Schwarzwald zurückgekehrt. Aktuelle Kameraaufnahmen zeigen sie auch am Fuße des Feldbergs.

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Von Autor/in Clara Gehrunger

Lange gab es von der Wildkatze in Baden-Württemberg keine Spur mehr. Seit einigen Jahren lebt sie wieder in der Rheinebene. Zuletzt wurde sie vermehrt auch im Schwarzwald gesichtet.

Mit Baldrian die Wildkatzen anlocken

Erst waren es Wildkameras, die die Wildkatze im Forstrevier Alpersbach (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) einfingen. Vor kurzem filmte dann ein Jäger das Tier mit seinem Handy. Der zuständige Förster, Hansjörg Frei, freut sich über die Sichtung.

Was mich hier interessiert ist, ob sie wirklich hier wohnt. Streift sie weit umher oder ist sie ortsansässig?

Zwei Männer gehen durch den Wald
Hansjörg Frei und Philipp Weiner von ForstBW auf Spurensuche: Hier wurde vor kurzem eine Wildkatze gefilmt.

Unklar ist auch, wie viele Wildkatzen inzwischen durch den Schwarzwald streifen. Im Winter ist Paarungszeit der Tiere. In dem Zeitraum versuchen Förster und Forscher, Proben von der Wildkatze einzufangen. Dafür sprühen sie einen Holzstab mit Baldrian ein. Philipp Weiner von ForstBW erklärt: "Die kommen dann zu dem Stab, der sehr rau ist. Daran reiben sie sich und verlieren Haare. Die kann man einsammeln und genetisch untersuchen."

Das seltene Auerhuhn als mögliche Beute?

Dass die Wildkatze zuletzt häufiger rund um den Feldberg gesichtet wurde, ist untypisch. Eigentlich hält sich das Raubtier von Höhenlagen über 1.000 Meter eher fern. Denn im Winter liegt dort zu lange Schnee - der Wildkatze geht dann die Beute aus. Aber durch den Klimawandel sind die Winter milder geworden.

Eine Karte mit blauen Punkten
Eine Karte der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) BW zeigt: Bisher wurde die Wildkatze vor allem in der Rheinebene und am Kaiserstuhl gesichtet.

Die wichtigste Beute für Wildkatzen sind Mäuse. Aber was ist mit dem seltenen Auerhuhn, das ebenfalls auf der Höhe lebt? Philipp Weiner winkt ab: "Das Auerwild wird nicht aussterben wegen der Wildkatze. Aber natürlich kann man sich vorstellen, dass die Wildkatze sich mal ein Küken greift."

Von Katzenbabys angefaucht

Optisch ist die Wildkatze kaum von der Hauskatze zu unterscheiden. Der Förster und Naturfotograf Klaus Echle erzählt, vor einer Weile sei eine Frau beim Wandern darauf hereingefallen. Sie habe drei Katzenbabys im Wald gefunden und ins Tierheim gebracht. Dort seien die Kleinen dann aufgefallen, weil sie so gar nicht zahm wurden.

Der Naturfotograf Klaus Echle
Der Förster und Naturfotograf Klaus Echle kennt sich mit der Wildkatze aus. Über mehrere Jahre hat er ein Forschungsteam fotographisch begleitet.

Bald habe festgestanden, dass es sich bei den Tierbabys um Wildkatzen handle. Der Naturfotograf sei dann zum Tierheim gefahren. "Die saßen da und haben mich angespuckt", erzählt Echle. "Es ist schon beeindruckend, dass so ein Zwerg da steht und sagt, ich gehe nicht weg, sondern fauch dich an."

Ein paar wenige Merkmale sind typisch für die Wildkatze: Ihr Schwanz ist buschiger, außerdem hat sie einen markanten schwarzen Streifen auf dem Rücken. Wenn man sich nicht sicher ist, betont Echle, sollte man jedenfalls die Finger von dem Tier lassen.

Ein Foto von einer Wildkatze, die sich an einem Holzstab reibt.
Mit Baldrian werden Wildkatzen in der Paarungszeit angelockt. Naturfotograf Klaus Echle hat seine Aufnahmen in einem Buch veröffentlicht.

Insgesamt gilt: Waldbesucher werden die scheue Wildkatze wohl kaum zu Gesicht bekommen. Aber es gibt sie wieder - sogar auf den hohen Bergen im Schwarzwald.

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Clara Gehrunger

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