Eiszeit am Waldsee: Der See im Freiburger Osten ist zugefroren. Die Stadt hat die Eisfläche zum Schlittschuhlaufen aber noch nicht freigegeben. Dennoch waren dort am Mittwochnachmittag Dutzende Eisläuferinnen und Eisläufer unterwegs, darunter auch viele Kinder. Aus dem Vergnügen kann jedoch schnell Lebensgefahr werden: In der Ortenau ist ein Mädchen auf einem See eingebrochen. Zwei Passanten konnten es retten.
Schlittschuhlaufen trotz Warnschildern
Am Ufer des Freiburger Waldsees prangt ein Schild der Stadt Freiburg mit der Aufschrift "Eisfläche gesperrt! Lebensgefahr". Doch offenbar hat dies viele Menschen nicht davon abgehalten, die Schlittschuhe zu schnüren und das Eis zu betreten. Dutzende tummelten sich auf der Eisfläche, spielten mit einem Eishockey-Puck und zogen ihre Runden.
Zehn Zentimeter: Eisdecke auf Waldsee laut Stadt zu dünn
Trotz der Minusgrade der vergangenen Tage und Wochen seien die Eisflächen auf Seen und Weihern nicht ausreichend dick und damit nicht tragfähig, teilt die Stadt Freiburg mit. Messungen hätten ergeben, dass die Eisdecke nicht einmal zehn Zentimeter dick ist. Die Stadt warnt eindringlich davor, öffentliche Eisflächen zu betreten. Zudem sei Tauwetter angekündigt, sodass in den kommenden Tagen nicht mit einer ausreichenden Eisdicke zu rechnen sei.
Wer die Eisflächen betritt, bringt sich und andere Menschen in Lebensgefahr.
Vorsicht ist besser als Nachsicht Schlittschuhlaufen auf dem See: Hier gelten die „Eisregeln“
Wegen des kalten Wetters in SWR3Land frieren immer mehr Badeseen zu. Und natürlich gehen viele Menschen zum Schlittschuhlaufen aufs Eis. Mit den „Eisregeln“ bleibt ihr sicher!
Nur Eisweiher in Hinterzarten freigegeben
Ein Betretungsverbot gilt derzeit etwa auch für Weiher und Seen in Lenzkirch (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) und rund um Villingen-Schwenningen. Nur der Eisweiher in Hinterzarten (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) ist zum Eislaufen freigegeben und das schon seit Weihnachten. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) empfiehlt für stehende Gewässer eine Mindesteisdicke von 15 Zentimetern, um sie sicher zu betreten.
Mädchen in See in Schwanau eingebrochen
Wie trügerisch zugefrorene Seen sein können, zeigt ein aktueller Fall aus der Ortenau: Am Dreikönigstag ist in Schwanau-Allmannsweier (Ortenaukreis) ein Mädchen in einen zugefrorenen See eingebrochen. Zwei Passanten haben sie aus dem eisigen Wasser gerettet. "Das Mädchen hatte Glück im Unglück", so der Kommandant der Feuerwehr Schwanau, Bernd Leppert. Sie war am Rand des zugefrorenen Sees unterwegs, als sie einbrach. Zwei Passanten beobachteten das Ganze und konnten das Mädchen aus dem eiskalten Wasser retten, noch bevor Feuerwehr und DLRG vor Ort waren. Das Mädchen und einer der Helfer waren komplett durchnässt. Schlimmeres konnte aber verhindert werden.
Feuerwehr Schwanau: Wenige Schritte reichen zum Einbrechen
Feuerwehrkommandant Leppert warnt davor, zugefrorene Seen zu betreten. Die Eisdecke sei häufig noch nicht dick genug. Wenige Schritte könnten schon reichen, um einzubrechen.
In der kalten Jahreszeit wirken Seen oft schon sicher gefroren - doch leider wird häufig unterschätzt, dass die Eisdecke noch nicht dick genug und nicht tragfähig ist.
Die Gemeinde Schwanau gibt - wie auch viele andere Kommunen, zum Beispiel Offenburg und Lahr - generell keine zugefrorenen Seen frei. Es gilt: Betreten auf eigene Gefahr.