ÖPNV-Zukunftskongress in Freiburg

ÖPNV: Das Angebot von Bus und Bahn im Land wächst

Das Angebot von Bus und Bahn in Baden-Württemberg ist deutlich größer geworden. Das zeigt ein Bericht, der Dienstag auf dem 2. ÖPNV-Zukunftskongress in Freiburg vorgestellt wurde.

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Von Autor/in Mario Schmidt

Das ÖPNV-Angebot in Baden-Württemberg ist zwischen 2020 und 2024 um 15 Prozent gewachsen. Das zeigt der ÖPNV-Report 2024, den Verkehrsminister Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen) beim 2. ÖPNV-Zukunftskongress in Freiburg vorstellte. Ziel der Veranstaltung ist es, Strategien zu entwickeln, um den öffentlichen Verkehr in Baden-Württemberg attraktiver und leistungsfähiger zu machen. Bus und Bahnen sollen zuverlässiger werden, um für Fahrgäste attraktiver zu sein, forderte der Verkehrsminister.

Fortschritt im ÖPNV motiviere Menschen zur Verkehrswende

Innerhalb von vier Jahren hat sich das Angebot im öffentlichen Nahverkehr in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs um 15 Prozent verbessert. Beim Busverkehr verzeichnete das Verkehrsministerium eine Steigerung um 16 Prozent, das Angebot im Nahverkehr auf der Schiene verbesserte sich zwischen 2019 und 2023 um 19 Prozent. Die Fahrpläne seien dichter getaktet, Busse und Bahnen könnten nachts flexibler eingesetzt werden. Für 90 Prozent der Menschen im Land sei das Angebot so, dass mindestens einmal pro Stunde ein Bus oder mindestens im Zwei-Stunden-Takt eine Regiobahn fahre. Der BW-Landesvorsitzende des Verkehrsclub Deutschland (VCD), Jörg Dengler, lobt die bisherige Arbeit des Verkehrsministeriums, erinnert aber an das eigentliche Vorhaben. "Das Ziel ist die Verdopplung der Fahrgastkilometer bis 2030. Da fehlt noch ein großes Stück, es ist also noch richtig was zu tun." Dengler hält das Erreichen der Ziele nach wie vor für realistisch und notwendig, "aber dafür müssen alle Akteure etwas tun", so der gebürtige Donaueschinger.

Es geht überall voran bei Bus und Bahn

Vor rund 700 Expertinnen und Experten sprach Verkehrsminister Hermann im Konzerthaus in Freiburg von zahlreichen Verbesserungen im ÖPNV-Angebot. Daraus resultiere auch eine gestiegene Nachfrage unter den Fahrgästen - auch durch die Einführung des Deutschlandtickets. "Die Menschen im Land haben darauf offenkundig gewartet", sagte Hermann. Ein gutes Angebot im Nahverkehr motiviere die Menschen zum Umstieg auf Bus und Bahn, so der Minister. Gleichzeitig weist Hermann darauf hin, dass der Weg noch nicht abgeschlossen sei. "Gemeinsam mit den kommunalen Aufgabenträgern müssen wir weiter Anstrengungen unternehmen, damit Bus und Bahn zuverlässiger und damit noch attraktiver werden."

ÖPNV vor Finanzierungsfrage

Ein weiteres Ergebnis des ÖPNV-Report 2024 ist die unzureichende Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs. Einerseits müsse der ÖPNV weiter ausgebaut werden, andererseits seien die Kosten für Energie und Personal in den zurückliegenden Monaten deutlich gestiegen, heißt es aus dem Verkehrsministerium. Das Land und die Kommunen haben für den ÖPNV in Baden-Württemberg zwischen 2018 und 2024 insgesamt 3,3 Milliarden Euro ausgegeben - ein Anstieg um 70 Prozent. Landesweit belaufen sich die öffentlichen Ausgaben damit pro Kopf auf rund 300 Euro jährlich.

Teilnehmende des 2. ÖPNV-Zukunftskongress in Freiburg
Knapp 700 Menschen waren beim ÖPNV-Zukunftskongress in Freiburg zu Gast.

Um den Ausbau weiter voranzutreiben, nimmt der Verkehrsminister die Bundesregierung in die Pflicht, mehr finanzielle Mittel bereitzustellen, sonst drohe eine Finanzierungslücke. "Der dringend erforderliche weitere Ausbau würde in den nächsten Jahren sonst ausgebremst werden", so Hermann.

Beim 2. ÖPNV-Zukunftskongress, der nach 2023 wieder im Konzerthaus in Freiburg stattfindet, kommen zwischen dem 5. und 7. Mai Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik sowie Fachleute aus der Verkehrsbranche zusammen. Der Kongress wird vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg und der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg unter dem Motto "Neue Mobilitätskultur entwickeln" veranstaltet.

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