Die Eigentümerfamilie des deutschen Laser-Produzenten Trumpf aus Ditzingen (Kreis Ludwigsburg) hat lange diskutiert, aber jetzt ist man sich einig: Die Firma will künftig die eigenen Hochleistungslaser auch im Rüstungsbereich einsetzen und dafür mit dem Radar-Sensorik Hersteller Rohde & Schwarz aus München zusammenarbeiten. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch erklärte Trumpf, dass es dafür aber einen klaren Rahmen gebe.
Trumpf: Keine Waffen zur Tötung von Menschen
Der Konzern will seine Laser ausschließlich für Verteidigungswaffen zur Verfügung stellen. Das bedeutet, dass die Waffen nicht gegen Menschen gerichtet und nur zur Abwehr von Objekten eingesetzt werden dürfen. Die Rüstungsunternehmen dürfen mit den Hochleistungslasern unter anderem Systeme zur Abwehr von unbemannten Drohnen bauen. Mit den starken Lasern kann gezielt auf Drohnen unterschiedlicher Größe geschossen werden - dabei wird die Elektronik beschädigt, die Drohne stürzt ab. Das ist ein Beispiel für sogenannte "defensive Verteidigungslösungen". Nur das und nichts anderes werde man potenziellen Kunden in Zukunft anbieten können, betonte ein Konzern-Sprecher.
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Trumpf nennt Gründe für Einstieg in die Rüstung
Bei der Pressekonferenz hieß es, man habe sich vor dem Hintergrund der geopolitischen Situation zu diesem neuen Geschäftsfeld entschlossen. Die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen hätten sich geändert, unter anderem mit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Über konkrete Einsatzgebiete spreche man derzeit mit industriellen Partnern.
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Konzern kämpfte zuletzt mit schlechten Zahlen
Der Einstieg in die Rüstungsindustrie kommt zu einem Zeitpunkt schwacher Unternehmenszahlen bei Trumpf. Im Geschäftsjahr 2024/25 ist der Umsatz um 16 Prozent auf gut 4,3 Milliarden Euro gesunken und auch der Gewinn ist deutlich eingebrochen. Der Auftragseingang bei Trumpf sei von 4,6 Milliarden Euro auf 4,2 Milliarden Euro gesunken.
Keine Gewinnbeteiligung für Mitarbeitende?
Die angespannte Lage bekommt auch die Belegschaft zu spüren. Im Mai hatte der Konzern bereits angekündigt, über 1.000 Stellen streichen zu wollen. Außerdem wird es wohl finanzielle Einbußen geben. Die "Stuttgarter Zeitung" berichtet, dass die Belegschaft in diesem Jahr keine Gewinnbeteiligung bekommen wird. Vor zwei Jahren gab es demnach noch 3.750 Euro für die tariflich Beschäftigen, im vergangenen Jahr immerhin noch 1.810 Euro.