Das Tübinger Landgericht hat am Donnerstag einen Prozess gegen eine 37-jährige Frau eröffnet. Ihr wird schwere Brandstiftung vorgeworfen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll die Angeklagte im Sommer 2025 in Reutlingen unter Drogen mehrmals Brände gelegt haben. Dabei soll sie unter anderem Holzpaletten, einen Anhänger und einen Müllbehälter vor der Garage eines Mehrfamilienhauses angezündet haben. Den Ermittlungen zufolge ist durch das Feuer die Garage und das Haus in Brand geraten. Es entstand ein Schaden in Höhe von 50.000 Euro.
Angeklagte bedauert Taten in Reutlingen
Gleich am Anfang der Verhandlung hat die Angeklagte einen Text vorgelesen. Sie sei vor den Taten in Therapie gewesen und habe in einer betreuten Wohngruppe gelebt. Sie habe sich aber einsam gefühlt und wieder angefangen, Drogen zu nehmen. Aus Angst vor den Konsequenzen habe sie niemandem davon erzählt.
Die Angeklagte hat am Donnerstagvormittag vor Gericht gesagt, dass sie bei allen Taten unter Drogeneinfluss gestanden habe. Sie sei nach dem Legen der Brände immer weggelaufen. Dabei habe sie manchmal die verängstigten Menschen gesehen. Das tue ihr sehr leid. Laut ihrem Verteidiger war die Frau schon einmal im Zusammenhang mit Drogen in Haft.
Zögerliche Antworten und lückenhafte Erinnerung
Auf Fragen des Richters hat die 37-Jährige zögerlich und langsam geantwortet - sie wirkte dabei bedrückt. Sie hat versucht, die Taten so gut wie möglich zu schildern. An viele Einzelheiten konnte sie sich aber nach eigenen Angaben nicht mehr erinnern. Auch die Gründe für ihre Taten konnte sie nicht nennen. Sie sei unter Drogen nicht sie selbst gewesen, so die Angeklagte. Vielleicht seien die Branddelikte ein Hilferuf gewesen, so ihr Deutungsversuch. Sie sei erleichtert gewesen, als alles ans Licht gekommen war.
Urteil könnte im Mai am Landgericht Tübingen fallen
Die Angeklagte befindet sich zurzeit in Untersuchungshaft. Ein Urteil wird am 19. Mai erwartet.