Bei Skirennläuferin Emma Aicher vom SC Mahlstetten (Kreis Tuttlingen) läuft's: Vergangenen Sonntag hat die 22-Jährige in Cortina d’Ampezzo die erste Medaille für Deutschland geholt: Silber in der Ski-Abfahrt, und das gerade einmal mit vier Hundertstelsekunden Rückstand. Und am Dienstag schon wieder Silber! Sie ist in der alpinen Team-Kombination mit Kollegin Kira Weidle-Winkelmann aus Stuttgart an den Start gegangen. Dabei ist Emma Aicher sogar eine Bestzeit im Slalom gefahren.
Oma und Opa Aicher fiebern vorm Bildschirm mit - aber nicht live
Zwei große Fans, die jedes Rennen aus dem heimischen Wohnzimmer in Mahlstetten auf dem Großen Heuberg mitverfolgen, sind Emmas Großeltern Franz und Irma Aicher. Wobei sich Oma Irma das Rennen aus Sorge um ihre Enkelin nicht live ansehen kann. So hat sie es dem SWR erzählt. Zu groß ist die Angst, dass sich Emma verletzen könnte. Opa Franz nimmt die Rennen deshalb am Fernseher auf. Läuft alles gut, gucken er und seine Frau sich die Abfahrt noch einmal gemeinsam an.
Wenn man uns vor ein paar Jahren gesagt hätte, dass aus unserer Familie mal jemand bei den Olympischen Spielen teilnimmt, hätte ich gedacht, der macht einen Spott mit mir.
Zweite Silber-Medaille für Emma Aicher: Jubel bei den Großeltern
Als das Ergebnis feststeht, jubeln beide. Sie sind stolz auf die zweite Silber-Medaille ihrer Enkelin. Irma Aicher sagt, sie freue sich für Emma, weil sie so hart kämpfen musste - tritt sie doch in allen Disziplinen an. Aicher ist die einzige Athletin, die in allen Disziplinen an den Start gehen kann: Abfahrt, Super-G, Riesenslalom und Slalom. Im Alter von 18 Jahren hatte Emma bei den Olympischen Spielen bereits eine Silber-Medaille gewonnen.
Opa Franz Aicher hat dem SWR gesagt: "Wenn man uns vor ein paar Jahren gesagt hätte, dass aus unserer Familie mal jemand bei den Olympischen Spielen teilnimmt, hätte ich gedacht, der macht einen Spott mit mir." Und: "Wir sind hochzufrieden mit der Silbermedaille." Emma Aichers Eltern sind übrigens nach Cortina d’Ampezzo gefahren, um ihre Tochter beim Rennen zu unterstützen.
Seit der zweiten Medaille bei Olympia steht das Telefon bei den Großeltern nicht mehr still. Auch eine Nachbarin ist extra zum Gratulieren vorbeigekommen. Wenn die 22-jährige Skirennläuferin an den Start geht, verfolgen viele im Heimatdorf ihrer Großeltern und ihres Vaters den Wettkampf.
Public Viewing im Dorf beim SC Mahlstetten: "Ganz cool einfach"
Rund 25 Skifreundinnen und Skifreunde vom SC Mahlstetten und vom Schneelaufverein Rottweil haben am Dienstagnachmittag beim Public Viewing in der Skihütte in Mahlstetten mitgefiebert. "Sie fährt so, wie sie ist - ganz cool einfach", sagt einer. "Sie hat ihren ersten Skikurs in Mahlstetten gemacht, da sind wir richtig stolz", sagt ein anderer. Einer der Skifreunde ist überzeugt: "Wäre Emma beide Rennen und nicht nur den Slalom gefahren, dann hätte es Gold gegeben".
Wahnsinnig stark - wieder eine Medaille, wieder Silber!
Ganz Mahlstetten verfolgt Olympia
Auch an anderen Orten der etwa 800-Seelen-Gemeinde haben Freunde und Bekannte von Emma Aicher und ihrer Familie die Team-Kombination am Dienstag verfolgt. Zum Beispiel wird auch beim Metallbauunternehmen Schutzbach OHG Olympia geschaut.