Verleihung des Deutschen Krebspreises in Berlin

Tübinger Immunologe zu Krebsforschung: "Besiegen werden wir den Krebs nie"

Am Freitag bekommt unter anderem Jessica Hassel, die über Immuntherapien forscht, den Deutschen Krebspreis. Ein Gebiet, auf dem der Tübinger Rammensee Entscheidendes geleistet hat.

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Von Autor/in Peter Binder

Der Deutsche Krebspreis, der am Freitag (19. Juni) in Berlin verliehen wird, geht unter anderem an die Heidelberger Immunologin Jessica Hassel. Sie forscht darüber, wie man zum Beispiel Hautkrebs mit neuen Immuntherapien bekämpfen kann.

Immuntherapie galt noch vor 50 Jahren als exotisches Randgebiet der Krebsforschung. Die wenigsten glaubten daran, dass sich Krebs effektiv mit körpereigenen Abwehrkräften bekämpfen lässt. Man kann sagen, dass es ein großes Glück für die Krebsforschung war, dass ein junger Wissenschaftler namens Hans-Georg Rammensee das damals schon anders gesehen hat.

Vor einem Bildschirm, der eine Stadtansicht von Tübingen zeigt, blickt Hans-Georg Rammensee freundlich in die Kamera. Der Immunologe forscht auch mit über 70 Jahren weiter zu Krebstherapien.
Der Immunologe Hans-Georg Rammensee im SWR Studio Tübingen. Für seine Forschungen, wie man Krebs mit dem Immunsystem bekämpfen kann, hat er schon zahlreiche Preise erhalten, unter anderem den Leibniz-Preis, den wichtigsten deutschen Forschungsförderpreis. Peter Binder

"Das kannst du grad vergessen. Immuntherapie bei Krebs wird nie was werden", habe sein späterer Doktorvater am Tübinger Max-Planck-Institut zu ihm gesagt, erinnert sich Rammensee im SWR-Gespräch. Und stellt lächelnd fest, dass er es sich hoch anrechnen müsse, trotzdem in diese Richtung gegangen zu sein.

Viren erkennt das Immunsystem viel leichter als Krebs

Weil Krebszellen veränderte, aber doch körpereigene Zellen sind, erkennt sie das Immunsystem normalerweise nicht als Bedrohung für den Körper. Anfang der 90er Jahre entdeckte Rammensees Forschungsgruppe aber doch ein Signal an der Oberfläche befallener Zellen, sozusagen einen leisen Hilferuf der Zellen. Er fand heraus, wie man das Immunsystem dazu bringen kann, diesen Ruf zu hören und darauf zu reagieren.

Abgeschlossen ist die Forschung noch lange nicht. Noch immer kann man nicht einfach gegen Krebs impfen, denn selbst ein und dieselbe Krebsart unterscheidet sich von Mensch zu Mensch viel zu sehr. Aber es gibt immer mehr Therapien, die beim Kampf gegen die Erkrankung entscheidend helfen können.

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Den Krebs gänzlich besiegen, sagt Rammensee, wird der Mensch nie. Auch weil es immer neue Arten von Krebs gebe. Aber er habe große Hoffnung, dass Immuntherapien künftig immer mehr Arten heilen oder verhindern können.

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Autor/in
Peter Binder
Peter Binder ist Reporter für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.

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