Der Deutsche Krebspreis, der am Freitag (19. Juni) in Berlin verliehen wird, geht unter anderem an die Heidelberger Immunologin Jessica Hassel. Sie forscht darüber, wie man zum Beispiel Hautkrebs mit neuen Immuntherapien bekämpfen kann.
Immuntherapie galt noch vor 50 Jahren als exotisches Randgebiet der Krebsforschung. Die wenigsten glaubten daran, dass sich Krebs effektiv mit körpereigenen Abwehrkräften bekämpfen lässt. Man kann sagen, dass es ein großes Glück für die Krebsforschung war, dass ein junger Wissenschaftler namens Hans-Georg Rammensee das damals schon anders gesehen hat.
"Das kannst du grad vergessen. Immuntherapie bei Krebs wird nie was werden", habe sein späterer Doktorvater am Tübinger Max-Planck-Institut zu ihm gesagt, erinnert sich Rammensee im SWR-Gespräch. Und stellt lächelnd fest, dass er es sich hoch anrechnen müsse, trotzdem in diese Richtung gegangen zu sein.
Viren erkennt das Immunsystem viel leichter als Krebs
Weil Krebszellen veränderte, aber doch körpereigene Zellen sind, erkennt sie das Immunsystem normalerweise nicht als Bedrohung für den Körper. Anfang der 90er Jahre entdeckte Rammensees Forschungsgruppe aber doch ein Signal an der Oberfläche befallener Zellen, sozusagen einen leisen Hilferuf der Zellen. Er fand heraus, wie man das Immunsystem dazu bringen kann, diesen Ruf zu hören und darauf zu reagieren.
Abgeschlossen ist die Forschung noch lange nicht. Noch immer kann man nicht einfach gegen Krebs impfen, denn selbst ein und dieselbe Krebsart unterscheidet sich von Mensch zu Mensch viel zu sehr. Aber es gibt immer mehr Therapien, die beim Kampf gegen die Erkrankung entscheidend helfen können.
Weltkrebstag Krebstherapie nach Maß an der Unimedizin Mainz
Fast jeder Zweite in Deutschland hat laut Robert-Koch-Institut im Laufe seines Lebens Krebs. An der Unimedizin Mainz wird Patienten mit individuell angepassten Therapien geholfen.
Den Krebs gänzlich besiegen, sagt Rammensee, wird der Mensch nie. Auch weil es immer neue Arten von Krebs gebe. Aber er habe große Hoffnung, dass Immuntherapien künftig immer mehr Arten heilen oder verhindern können.