In Bad Urach (Kreis Reutlingen) sorgte ein Heißluftballon am Dienstagabend für Spannung. Kurz vor Sonnenuntergang, gegen 19 Uhr, schwebte ein rot-weißer Heißluftballon nur knapp über die Dächer der Kurstadt. Langsam glitt er über die Fachwerkhäuser in Richtung evangelischer Amanduskirche.
Menschen in Urach beobachten Ballon mit Sorge
Manchem Zuschauer muss die Luft weggeblieben sein. Wolfgang Schütz zum Beispiel, dem ehemaligen Kurdirektor der Stadt: "Ich hatte tatsächlich zwischendurch Bedenken, ob der nicht irgendwo an einem der Hausdächer hängen bleibt, dass er am Schloss kleben bleibt."
Andere hatten Sorge, dass der Ballon den Kirchturm erwischt. Eine besorgte Frau informierte die Polizei. Dem SWR erzählt die Frau, wie sie den Ballon beobachtet hat.
Er ist sehr tief über die Stadt gefahren, hing fast an den Dächern und den Leitungen. Autos haben angehalten, weil sie dachten, der Ballon landet jetzt gleich auf der Straße.
Voller Sorge habe sie einen Notruf abgesetzt. Denn in dem Ballon seien etwa zehn Leute gewesen. Erwachsene und viele Kinder, erzählt Andreja Latifovic aus Bad Urach.
Bilder vom Heißluftballon werden auf Social Media geteilt
Viele knipsen Fotos und posten sie auf Facebook. Einer der Fotografen schreibt:
"Ob das wohl geplant war?" Tatsächlich sehen viele der Bilder auf Facebook gefährlich aus. Doch der SWR hat inzwischen mit dem Fahrer des Ballons gesprochen.
Gefährliches Manöver mit Ballon? "Landung war ein ganz normales Manöver"
Für den Ballonfahrer Günther Binder aus Sonnenbühl (Kreis Reutlingen) war die Landung weniger spektakulär. "Das war im Prinzip ein ganz normales Manöver", erzählt er dem SWR. "Meine Mitfahrer und ich haben echt Spaß gehabt. Die haben da unten mit den Leuten kommuniziert und die meisten haben gewunken und geklatscht."
Und der Uracher Kirchturm, sagt Ballonfahrer Binder, sei nie in Gefahr gewesen. Das sei einfach eine Sache der Perspektive und sehe meist nur vom Boden oder der Ferne so aus. Selbst Fachleute würden sich oft verschätzen, sagt Binder. Aber warum ist er mit dem Ballon so lang und knapp über Urach gefahren?
Suche nach Landeplatz und wenig Wind
Grund für die spannende Fahrt waren laut Ballonfahrer Binder die speziellen Windverhältnisse in Urach. Es sei üblich, dass der Wind dort abends knapp über die Dächer Richtung Metzingen zieht. Und am Dienstag musste Binder diese Winde nutzen, um einen Landeplatz zu erreichen. Anders sei es nicht gegangen. "Und da der Wind doch sehr langsam war, hat es halt ein bisschen länger gedauert."
Gelandet ist der Ballon am Ende auf einer Baustelle für die Gartenschau in Urach. Oder wie Ballonfahrer Binder es schmunzelnd formuliert: "Wir haben das neue Gartenschaugelände besichtigt und haben uns da schön am Elsachufer eine neu angelegte Wiese gesucht. Da haben wir wunderschön landen können. Das war alles."