Wer in Tübingen Medizin studiert, kann in der Kinderkrebsklinik "MEDI Pate" werden. Die Aufgabe: ablenken von der Krankheit, schöne Momente schaffen. Der "MEDI Pate" besucht sein Patenkind regelmäßig auf Station zum Spielen, Malen oder Kochen.
Florina kann mit Patin Laura abschalten
Auch die neunjährige Florina hat Krebs und ist in der Tübinger Kinder-Onkologie. Vergangenes Jahr stationär, momentan in der Tagesklinik. Ihre "MEDI Patin" heißt Laura. Die beiden kennen sich seit eineinhalb Jahren und treffen sich ein bis zweimal die Woche. "Es ist halt langweilig. Man wartete auf den nächsten Termin, sitzt und wartet", sagt Florina. Doch wenn Laura da ist, hellt sich ihre Stimmung auf. Die beiden lachen, malen und sprechen über Weihnachten und Plätzchen. Die Langeweile ist für diese Minuten weg und die Krebserkrankung vergessen.
Und auch die 26-jährige Laura kann mal von der stressigen Uni abschalten. "Es ist schön, mal an etwas anderes zu denken und den Kindern etwas Gutes zu tun", erzählt die Tübinger Medizinstudentin.
Tübinger "MEDI Paten" machen Party auf Station
Für die Kinder bedeutet das nicht nur Unterhaltung, sondern auch eine wichtige emotionale Unterstützung, sagen die "MEDI Paten". Florinas Mutter kann das nur bestätigen. Die Aktivitäten seien vielfältig. Je nach dem was die Kinder wollen. An Halloween habe es auch eine Party gegeben. "Das war cool", sagt Florina.
Zunkunftspläne: "MEDI Paten" deutschlandweit
Das Projekt "MEDI Paten" an der Tübinger Uniklinik haben zwei angehende Mediziner vor drei Jahren ins Leben gerufen. Seither haben sich rund 50 Patenschaften gebildet, sagt Linda Maschke, eine der Ideengeberinnen. Besonders wichtig sei das Projekt für die Jugendlichen auf Station, da der geringe Altersunterschied zu den "MEDI Paten" Nähe schaffe. Linda Maschke schaut auch, wer zu wem passt. Sprachliche Barrieren können überwunden werden, indem sie Patenschaften zwischen Gleichsprachigen organisiert.
Die Initiative hat bereits um die 50 Patenschaften in Tübingen ermöglicht und plant, künftig an allen deutschen Universitätskinderkliniken sowie in Österreich und der Schweiz aktiv zu werden.