In einem Wohngebiet in Tübingen haben Anwohnerinnen und Anwohner die invasiven Tapinoma-Ameisen bekämpft - und das wohl erfolgreich. Sie haben die Kolonien mit kochend heißem Wasser und einem Hochdruckreiniger abgeschreckt. Seit Juni haben sie immer wieder verschiedene Vorgehensweisen probiert.
Kampf gegen invasive Ameise "Tapinoma magnum"
Zehn Tage lang haben Anwohner des Tübinger Beethovenwegs mit einem Hochdruckreiniger heißen Wasserdampf in Mauerritzen, unter Platten und in Löcher gespritzt. Dadurch wurden tausende Ameisen und deren Eier an die Oberfläche gespült, sagte Anwohner Christian Wolff dem SWR. Das Gerät hätten sie bei einer Fachfirma geliehen. Seit zirka zwei Wochen seien nun rund um den Beethovenweg keine Ameisen mehr gesehen worden, so Wolff.
Wir halten natürlich weiter die Augen offen.
Dass das Problem jetzt endgültig erledigt ist - daran glaubt auch Wolff nicht. Er baut auf Vorsicht: "Wir halten natürlich weiter die Augen offen." Für den Moment sind er und seine Nachbarn aber erleichtert, wie sie vor dem SWR schon der Lokalzeitung berichtet hatten: "Jetzt sind erstmal keine Ameisen mehr zu sehen."
Tübinger bekämpfen Ameisen mit heißem Wasser und Hochdruckreiniger
Die Ameisen seien dadurch nicht ausgemerzt, teilte ein Sprecher des Tübinger Ordnungsamtes mit. "Die Ameisen sind gekommen, um zu bleiben. Wir bekämpfen sie nur, wenn Schäden drohen", so der Sprecher. Sollten die Tiere also irgendwo wieder vermehrt auftauchen und beispielsweise Gebäude beschädigen, könne man erneut Heißwasser und Hochdruckgeräte einsetzen.
So wurde in der SWR-Fernsehsendung MARKTCHECK über das mögliche Vorgehen gegen die invasive Ameisensorte am 5. Juli 2025 berichtet:
Auch in Kehl, Stuttgart und anderen Städten ein Problem
Die Tübingerinnen und Tübinger im Beethovenweg sind nicht die einzigen, die Probleme mit den Kolonien der Ameisensorte "Tapinoma magnum" hatten. Die Stadt Kehl kämpft schon seit längerem gegen die Tiere. Dort haben sie im Vorjahr sogar einen Stromausfall ausgelöst. Auch in der Region Stuttgart wurden die Tiere gesichtet. Inzwischen haben sich sogar die Umweltminister aller Bundesländer mit dem Thema befasst.