Aufwendiger Rettungseinsatz

Leiche von Wanderer aus Falkensteiner Höhle geborgen

In der Falkensteiner Höhle auf der Schwäbischen Alb ist ein Höhlengänger gestorben. Der Mann war mit einer geführten Gruppe unterwegs gewesen. Seine Leiche wurde nun geborgen.

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Stand

In der schwer zugänglichen Falkensteiner Höhle zwischen Grabenstetten und Bad Urach (beide Kreis Reutlingen) ist am Freitag ein 61-jähriger Mann an den Folgen eines medizinischen Notfalls gestorben. Wie der Bürgermeister der Stadt Grabenstetten, Patrick Docimo (parteilos), mitteilte, war der Mann mit einer Gruppe bereits rund 1.300 Meter in die Höhle hineingeklettert, als es passierte. Hinweise auf Fremdverschulden gibt es laut Polizei nicht. Experten von Polizei, Bergwacht und Rettungsdienst waren im Großeinsatz.

Bergungsteams an der Falkensteiner Höhle
Im Gebiet um die Höhle waren den ganzen Freitag über zahlreiche Rettungskräfte im Einsatz. picture alliance/dpa | Marius Bulling

Medizinischer Notfall im Inneren der Höhle

Wie ein Polizeisprecher dem SWR bestätigte, war die Meldung über einen medizinischen Notfall um 10:34 Uhr eingegangen. Nach Angaben des Bürgermeisters bestand die Gruppe aus sechs Besuchern und drei Tour-Guides. Kontakt hatten die Einsatzkräfte lediglich mit einem der Guides, der auch den Notruf abgesetzt hatte. Die Höhle in Grabenstetten ist nur zu Fuß über unwegsames Gelände zu erreichen. Allein der Weg zum Patienten soll etwa eineinhalb Stunden in Anspruch genommen haben. Teilweise müssen in der Höhle Höhenunterschiede von mehreren Metern überwunden werden. Im Inneren gibt es zudem keinen Funkempfang. 

Der Mann wurde zunächst durch Rettungskräfte versorgt und in der Höhle reanimiert, so die Polizei. Die Begleiter des Mannes und die Tour-Guides konnten die Höhle nach einem aufwendigen Rettungseinsatz selbst und unverletzt verlassen. Gegen 21 Uhr am Freitagabend wurde die Leiche aus der Höhle geborgen, sagte die Polizei dem SWR am Samstagmorgen.

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Zugang zur Höhle nur mit Ausnahmegenehmigung erlaubt

Neben Bergwacht, Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei unterstützten spezialisierte Höhlenretter aus mehreren Landkreisen die Rettungs- und Bergungsaktion. Der Eingang zur Höhle wirkt wie ein Schlund in einer Wand aus Stein, im kilometerweiten Innern ist es stockdunkel, verwinkelt und nass. Denn die Höhle ist eine "aktive Wasserhöhle", aus der der Fluss Elsach ins Freie entspringt. Laut Stadtverwaltung handelt es sich um eine sogenannte wilde Höhle. Seit 2018 ist der Zugang zur Falkensteiner Höhle wegen der Gefahr plötzlicher Hochwasser offiziell verboten und nur mit Ausnahmegenehmigung der Gemeinde Grabenstetten möglich. 

Rettungsaktion im Sommer 2019

Die Falkensteiner Höhle ist nicht das erste Mal Schauplatz eines großen Rettungseinsatzes. Zuletzt waren im vergangenen Mai zwei Männer vom Wasser überrascht und eingeschlossen worden. Für bundesweite Schlagzeilen sorgte eine Rettungsaktion in der Höhle vor sieben Jahren. Im Sommer 2019 mussten zwei Wanderer aus der Höhle gerettet werden, sie waren von starken Regenfällen überrascht worden.

Höhlenrettung auf der Schwäbischen Alb

Mehr als 400 Höhlen befinden sich im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Bei den Touristen ist die Falkensteiner Höhle sehr beliebt. Für die Sicherheit im Biosphärengebiet sorgen die Höhlenretter. Dreimal im Jahr üben sie gemeinsam, einen Verletzten aus einer Höhle zu retten.

Landesschau Baden-Württemberg SWR BW

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Judith Hüwelmeier
Judith Hüwelmeier ist Reporterin für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.
Samantha Ngako
SWR-Redakteurin Samantha Ngako

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