Im Herbst hat ein Bus am Tübinger Hauptbahnhof eine Seniorin mitgezogen. Sie war ausgestiegen. Als der Bus wieder losfuhr, wurde ihr Arm in einer Tür eingeklemmt. Die 84-Jährige kam frei, stürzte und ist nach Angaben der Polizei Monate später an ihren Verletzungen gestorben. "So einen Unfall haben wir Gott sei Dank noch nie gehabt", sagte ein Sprecher das betroffenen Busunternehmens dem SWR auf Nachfrage. Auch sonst gebe es wenig Verletzte.
Der Baden-Württembergische Omnibusverband erwartet aber, dass Unfälle mit Senioren zunehmen - einfach deshalb, weil die Menschen in Deutschland immer älter werden.
Omnibusverband: Fahrer sind geschult
Da die Ermittlungen zum Unfallhergang laufen, verzichtet der SWR auf die Angabe weiterer Details. Klar ist aber: Senioren sind für Busunternehmen und auch für den Baden-Württembergischen Omnibusverband ein Thema. Die Fahrer seien im Umgang mit Senioren geschult - genau wie im Umgang mit Rollstuhlfahrern, Kindern, Sehbehinderten oder Müttern mit Kinderwägen, so der Pressesprecher des Verbands, Oliver Waidelich. Das bestätigt auch das Tübinger Omnibusunternehmen.
Senioren sollten auf sich aufmerksam machen
Wenn Senioren nicht mehr gut auf den Beinen sind, sollten sie sich am besten in die Nähe des Fahrers setzen, empfiehlt das Tübinger Omnibusunternehmen. So habe der sie im Blick. Vor allem in einem vollen Bus seien die Fahrer sonst überfordert.
Für Fahrgäste, die aufgrund von Einschränkungen besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung brauchen, empfiehlt es sich, bereits beim Einstieg mit dem Fahrpersonal in Kontakt zu treten und darauf hinzuweisen, dass sie eventuell Hilfe oder besondere Rücksicht benötigen.
Fahrgäste sind selbst für ihre Sicherheit verantwortlich
Wenn es darum geht, etwa beim Bremsen einen Sturz in einem Bus zu vermeiden, ist die Rechtslage nach Angaben von Waidelich klar: Die Mitfahrenden sind selbst dafür verantwortlich, dass sie einen sicheren Halt haben.
Der Omnibusverband bestätigt: Auf manchen Linien in Baden-Württemberg nimmt der Zeitdruck für die Fahrer zu - zum Beispiel wenn Tempo 30 Zonen eingeführt, die Fahrpläne aber nicht angepasst werden. Das sei ein Stressfaktor. Die Sicherheit der Fahrgäste habe aber immer oberste Priorität