Institution mit Geschichte

Natursteinpark in Tübingen: Trotz Mietvertrag bleibt Unsicherheit

Menschen kommen von überall her, um in Tübingen recycelte Steine zu kaufen. Doch jahrelang war der Natursteinpark in Gefahr. Ein Mietvertrag sorgt für etwas Sicherheit.

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Von Autor/in Ingemar Koerner

Der Betreiber des Natursteinparks in Tübingen hatte jahrelang Sorge, umziehen zu müssen. Von der Bundesregierung hat er vor ein paar Monaten einen Mietvertrag bekommen. Dadurch kann er erstmal bleiben und sein Geschäft weiterführen. Doch trotz der Laufzeit von zehn Jahren kommt beim Betreiber Manuel Rongen keine Feierlaune auf.

Mietvertrag mit vielen Auflagen

Der Geschäftsführer ist zwar froh über den Mietvertrag. Der sichere seinen Betrieb vorerst ab, so Rongen gegenüber dem SWR. Doch so richtig entspannt ist der Tübinger nicht. Er empfinde den Mietvertrag eher als Duldung, nicht als Genehmigung, im Natursteinpark sein Geschäft betreiben zu dürfen. Denn der Park liegt in einem Waldstück und dort dürfe normalerweise kein Handel getrieben werden, so Rongen. Die eine oder andere Behörde könnte da noch für Schwierigkeiten sorgen, befürchtet er.

Außerdem umfasst der Mietvertrag 86 Seiten. Er beinhaltet Auflagen, die Rongen und seine Kollegen jetzt erfüllen müssen. Zum Beispiel Bäume und Sträucher so schneiden, dass Besucherinnen und Besucher sicher durch den Natursteinpark spazieren können. Die Auflagen würden für jährliche Kosten im fünfstelligen Bereich sorgen.

Kundschaft kommt nicht nur aus Tübingen

Da der Mietvertrag für zehn Jahre abgeschlossen wurde, hat Rongen aber nun mehr Sicherheit. Dadurch würden sich jetzt Investitionen lohnen. Zum Beispiel in eine Dusche für die Beschäftigten. Das freut Manuel Rongen. Und nicht nur das. Auch der große Zuspruch macht ihn stolz. Zurzeit bekommt er haufenweise Nachrichten mit Glückwünschen.

Die Geschäftsführer des Natursteinparks in Tübingen: links Manuel Rongen und rechts Saša Grahovac. Sie haben einen langfristigen Mietvertrag für ihr Gelände bekommen, doch jubeln könnne die beiden nicht.
Manuel Rongen (links) und Saša Grahovac sind die Geschäftsführer des Natursteinparks in Tübingen. Trotz des langfristigen Mietvertrags bleibt auch Unsicherheit. Natursteinpark Rongen

Denn der Natursteinpark ist eine Besonderheit und weit über die Region hinaus bekannt. Viele Menschen zieht es in das Waldstück bei Tübingen. Dort war einst ein Munitionslager untergebracht. Heute lagern dort die unterschiedlichsten Steine - zum Beispiel vom alten Stuttgarter Hauptbahnhof. Auch von anderen Baustellen kommen Materialien nach Tübingen: Pflastersteine, Steinplatten und Ziersteine.

Rongen hat jahrelang gekämpft

Das Grundstück gehört der Bundesrepublik Deutschland. Durch ihre Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) vermietet sie die Fläche an den Tübinger Natursteinpark.

Geschäftsführer Rongen und die BImA haben zwei Jahre um eine Einigung gerungen. Rongen hatte schon andere mögliche Grundstücke besichtigt. Zu den Unsicherheiten mit der Vermietung kamen Schwierigkeiten mit den Nachbarinnen und Nachbarn. Denen fuhren zu viele Lastwagen mit Lieferungen zum Park. Diese Probleme sind laut Rongen inzwischen ausgeräumt.

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