Größte Investition in der Geschichte des Landkreises

"Jahrhundertprojekt" Bertha-Benz-Schule: Neubau in Sigmaringen eingeweiht

In Sigmaringen wurde die "neue Bertha" eingeweiht. Der Neubau hat über 100 Millionen Euro gekostet. So viel hat der Kreis Sigmaringen noch nie in ein einzelnes Projekt investiert.

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Von Autor/in Nathalie Waldenspuhl

Am Freitag ist in Sigmaringen die neu gebaute Bertha-Benz-Schule eingeweiht geworden - genau drei Jahre nach dem Spatenstich im Oktober 2022. Der Landkreis hat insgesamt rund 113 Millionen Euro in den Neubau der Berufsschule investiert. Das ist nach eigenen Angaben die größte Investition in der Geschichte des Landkreises.

Neue Bertha-Benz-Schule mit besonderer Form

Auf den ersten Blick sieht das neue Schulhaus ein wenig aus, wie ein modernes Kolosseum. Das dreistöckige Runde Schulgebäude besteht allerdings nicht aus Stein, sondern hat eine Holzverkleidung. Der "Kreis", wie er von den Bauherren genannt wird, ist ein Teil der neuen Bertha-Benz-Schule. In diesem Gebäudeteil sind neben 45 Klassenzimmer auch Büros, Konferenzräume und die Mensa untergebracht.

In der Mitte befindet sich der "Campus" - ein begrünter Innenhof für Pausen und Freistunden. Der zweite Gebäudeteil - auch "Riegel" genannt - ist dagegen lang und eckig: Hier befinden sich die Praxisräume: von Autowerkstatt bis Hausarbeitsraum. Bisher bestand die Berufsschule aus fünf einzelnen Gebäuden. Seit diesem Schuljahr ist die "neue Bertha" in Betrieb. Seither lernen die 1.400 Schülerinnen und Schüler unter einem Dach.

Zu sehen ist ein begrünter Innenhof. Der Campus ist ein zentrales Element des Neubaus der Bertha-Benz-Schule in Sigmaringen.
Der Campus der neuen Bertha-Benz-Schule: Im begrünten Innenhof können Schülerinnen und Schüler in Zukunft ihre Pausen und Freistunden verbringen.

Sigmaringens Landrätin Bürkle: "investieren in die Zukunft"

Der Neubau sieht nicht nur imposant aus, er kostet auch viel Geld: insgesamt rund 113 Millionen Euro. So viel hat der Landkreis Sigmaringen bisher noch nie in ein einzelnes Projekt investiert. Bei der Einweihungsfeier am Freitag sprach Sigmaringens Landrätin Stefanie Bürkle (CDU) von einem "Jahrhundertprojekt". Der Kreis habe einen Kredit von 40 Millionen Euro aufnehmen müssen.

Eine Investition, die sich lohne. "Mit dieser Schule investieren wir in die Zukunft unserer jungen Menschen", so Bürkle weiter, "und wir geben den Betrieben im Landkreis eine Perspektiven, dass sie gute Nachwuchskräfte gewinnen können." Die Bertha-Benz-Schule ist die größte berufliche Schule im Kreis Sigmaringen. Sie bietet gewerbliche, ernährungs- und sozialwissenschaftliche Bildungsgänge an.

Zu sehen sind zwei junge Männer und eine ältere Dame, die gemeinsam ein umrahmtes Bild in die Kamera halten. Die Urenkelin von Bertha Benz, Jutta Benz, überreichte den Schülersprechern der Bertha-Benz-Schule ein Geschenk.
Ein besonderer Gast bei der Einweihungsfeier der Bertha-Benz-Schule in Sigmaringen war Jutta Benz. Die Urenkelin von Bertha Benz hat den Schülersprechern Arda Batin Sükür (links) und Marius Graf (rechts) ein Geschenk überreicht.

Neubau: Nachhaltigkeit auf mehreren Ebenen

Die neue Bertha-Benz-Schule ist laut Bürkle ein Geschenk an die junge Generation. Nicht nur wegen der hohen Baukosten, sondern auch wegen der Nachhaltigkeit. Beim Bau habe man Recyclingbeton verwendet. Wärmepumpe und PV-Anlage machen das Gebäude energieeffizient.

Außerdem hat der Landkreis einen besonderen Auftrag an die zuständige Baufirma vergeben. Diese hat sich nicht nur um den Bau des Schulgebäudes gekümmert, sondern sich auch dazu verpflichtet, das Schulgebäude für die nächsten 25 Jahre technisch zu betreiben.

Tag der offenen Tür am Samstag

Wer den millionenschweren Neubau einmal aus nächster Nähe sehen will, kann am Samstag, den 18. Oktober, den Tag der offenen Tür besuchen. Dann ist die Bertha-Benz-Schule von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Besucherinnen und Besucher können den Neubau besichtigen, sich über die Schule informieren und mehr über die beteiligten Baufirmen erfahren.

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Nathalie Waldenspuhl
Nathalie Waldenspuhl ist Reporterin für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.

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