Das Amtsgericht Tübingen hat einen 30 Jahre alten Mann wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs zu zwei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt. Nur haarscharf, so der Vorsitzende Richter, sei der Angeklagte an einer Gefängnisstrafe vorbeigeschrammt.
Das ist bei dem Unfall bei Gomaringen passiert
Im November des vergangenen Jahres war der Angeklagte nachts gegen drei Uhr mit seinem Auto von Gomaringen (Kreis Tübingen) in Richtung Tübingen unterwegs. Er hatte 1,5 Promille Alkohol im Blut und fuhr 150 statt erlaubten 100 Kilometern pro Stunde.
Nur etwa 300 Meter nach dem Ortsausgang von Gomaringen erfasste er ungebremst einen 14 Jahre alten Pedelecfahrer, der in derselben Richtung auf der rechten Fahrspur unterwegs war. Der Jugendliche fuhr ohne Rücklicht und ohne Helm auf der Straße, obwohl daneben ein Radweg vorhanden war. Es gab jedoch an dieser Stelle kein Verbot für Fahrradfahrer, auf der Straße zu fahren.
Der 14-Jährige wurde bei dem Aufprall so schwer verletzt, dass er an den Verletzungen starb. Er hatte Verletzungen am Kopf und am gesamten Körper.
14-jähriger Pedelec-Fahrer verstorben Tödlicher Unfall bei Gomaringen: Autofahrer war laut Polizei betrunken
In der Nacht auf Samstag ist ein Fahrradfahrer nach einem Zusammenstoß mit einem Auto gestorben. Die Polizei ermittelt gegen den Autofahrer, der stark alkoholisiert war.
Gutachter: Autofahrer hätte Unfall vermeiden können
Ein Gutachter sagte vor Gericht aus, der Angeklagte hätte den 14-Jährigen trotz dunkler Kleidung und ohne Rücklicht sehen können. Er hätte auch noch genug Zeit gehabt, auszuweichen oder eine Notbremsung zu machen.
In der Gerichtsverhandlung kam außerdem zur Sprache, dass der Pedelecfahrer Cannabis konsumiert hatte. Das Gericht sprach dem Verstorbenen eine Mitschuld zu, weil er mit hoher Geschwindigkeit und ohne Rücklicht auf der Straße unterwegs war.
Angeklagter: "Würde die Zeit zurückdrehen"
Der Angeklagte zeigte vor Gericht Reue. Er ließ eine schriftliche Stellungnahme von seinem Anwalt vorlesen. Darin beteuerte er, dass er vollumfänglich die Verantwortung für das Geschehene trage. Er habe an dem Tag gefeiert, dass er Geschäftsführer einer Reutlinger Firma werden würde. Am Ende des Prozesses sagte er: "Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich die Zeit zurückdrehen und würde gerne der Fahrradfahrer sein." Seit dem Unfall befinde er sich in Therapie.
Interview zu Alkohol am Steuer: "Mehr Polizeistreifen nachts an die Straße stellen."
Ein 14-Jähriger wird von einem alkoholisierten Autofahrer fahrlässig getötet. Ein Rechtsexperte erklärt, wie man gegen Alkohol am Steuer vorgehen sollte.
Neben der Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilte das Schöffengericht den 30-Jährigen zu einer Führerscheinsperre von fünf Jahren. Zudem muss er 50.000 Euro an die Hinterbliebenen des Pedelecfahrers bezahlen. "Ein junger Mensch ist gestorben", sagte der Vorsitzende Richter. "Der Schaden und die Trauer der Hinterbliebenen sind unermesslich." Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.