"Entscheidung nicht leichtgefallen"

Bei REIFF in Reutlingen startet Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung

Das Reutlinger Traditionsunternehmen REIFF leidet nach eigenen Angaben unter der schwachen Konjunktur. Es hat vorläufige Insolvenz beantragt.

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Von Autor/in Sarah Beschorner

Das über hundert Jahre alte Familienunternehmen REIFF Technische Produkte GmbH mit Hauptsitz in Reutlingen hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Amtsgericht Tübingen hat es angeordnet. Mit dieser Art des Insolvenzverfahrens will das Unternehmen die rechtlichen Möglichkeiten nutzen, sich wirtschaftlich zu stabilisieren und zukunftsfähig aufzustellen, heißt es in einer Mitteilung von REIFF.

Mitarbeitende von REIFF bekommen erst einmal weiter Gehalt

Bei einem sogenannten vorläufigen Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung übernimmt der Geschäftsführer unter Aufsicht eines Sachverwalters eigenverantwortlich den Sanierungskurs. Die Beschäftigten bekommen für die nächsten drei Monate ihre Gehälter von der Arbeitsagentur weiter. Was danach folgt, ist noch offen. In der Sparte "Technische Produkte" arbeiten bei REIFF rund 450 Menschen.

Die Entscheidung, ein Insolvenzverfahren zu beantragen, ist uns nicht leichtgefallen, war aber nach sorgfältiger Prüfung aller Optionen notwendig. Unser Ziel ist es, das Unternehmen wirtschaftlich zu stabilisieren und zukunftsfähig aufzustellen.

Das Reutlinger Familienunternehmen REIFF Technische Produkte GmbH hat Insolvenz beantragt. Mit einer vorläufigen Insolvenz will die Firma sich neu aufstellen und wieder wettbewerbsfähig werden.
Der Hauptsitz von REIFF Technische Produkte GmbH in der Tübinger Straße in Reutlingen. Das Logistikzentrum und das Fertigungszentrum haben andere Standorte in der Stadt. Pressestelle REIFF Technische Produkte GmbH

REIFF in Reutlingen: Insolvenz nutzen für mehr Wettbewerbsfähigkeit

Weiter heißt es aus dem Unternehmen, dass das Marktumfeld immer schwieriger werde und ein hoher Kostendruck herrsche - die Gewinnmarge werde immer kleiner. Um wettbewerbsfähig zu sein, wolle man das Insolvenzverfahren nutzen, um sich neu aufzustellen. Dabei hoffe man auf Unterstützung der Beschäftigten, Kunden, Lieferanten und Partner. Der Umsatz lag im vergangenen Geschäftsjahr bei rund 109 Millionen Euro.

Das vorläufige Insolvenzverfahren betrifft ausschließlich die deutschen Gesellschaften, heißt es in der Pressemitteilung. Die internationalen Tätigkeitsfelder und Tochterunternehmen seien nicht betroffen. Außerdem laufe der Geschäftsbetrieb an allen Standorten in Deutschland uneingeschränkt weiter. Das 115 Jahre alte Reutlinger Familienunternehmen verkauft technische Produkte und stellt manche von ihnen auch selbst her - zum Beispiel Kupplungen und Atemschutzmasken.

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