Die ersten SWR4-Regionalnachrichten wurden am Freitagmorgen um 6.30 Uhr aus dem neuen SWR Studio Tübingen gesendet. Die Technik lief einwandfrei, das Team ist glücklich. Pressevertreter und der Tübinger Presseclub waren auch mit dabei.
Damit ist der größte Teil des Umzugs in ein neues Gebäude geschafft. Von nun an wird nur noch aus dem neuen SWR Studio Tübingen gesendet, es werden Online-Artikel publiziert und Fernsehbeiträge produziert. Schon seit Wochen hat der Umzug viele Menschen beschäftigt, vor allem - wie immer bei Umzügen - die Frage, ob alles pünktlich geschafft wird.
Über 70 Jahre ist es her, dass der SWR auf dem Tübinger Österberg auf Sendung ging. Das damalige Gebäude wurde später um ein weiteres ergänzt. Inzwischen sind beide Häuser in einem schlechten Zustand und in vielen Bereichen ungeeignet für zeitgemäße redaktionelle Arbeit. Es war also schon länger klar, dass sie keine Zukunft haben. Klar war während der Planungen aber auch, dass der SWR in Tübingen bleiben will.
Der SWR ist in Tübingen tief verwurzelt und wird es auch weiterhin sein. Der Neubau stellt das multimediale Arbeiten in den Mittelpunkt, so dass wir unsere journalistischen Inhalte aus der Region noch besser über alle Ausspielwege hinweg anbieten können
Finanzierung über Grundstücksverkauf
Die Finanzierung des neuen Studios basiert auf drei Säulen: erstens hat das Unternehmen das alte Gebäude samt Grundstück verkauft, zweitens werden künftig deutlich weniger Betriebs- und Energiekosten anfallen, und drittens spart man laufende Sanierungskosten für den Altbau. Jan Büttner, SWR-Verwaltungsdirektor, freut sich - auch darüber, dass man trotz Corona-Krise und Ukraine-Krieg nach zweijähriger Bauzeit und ohne große Kostensteigerungen bauen konnte.
Studio kann man besichtigen
Wer wissen möchte, wie so ein multimediales Studio aussieht und was man hier alles für Fernsehen, Radio, Online und Social Media machen kann, ist am Samstag, 26. Juli herzlich eingeladen zum Tag der offenen Tür. Wie entstehen die Nachrichten? Wie arbeitet man im modernen Fernsehschnitt? Solche Fragen werden von 11 bis 17 Uhr im Studio auf dem Österberg beantwortet. Es wird Führungen durch alle Sende- und Produktionsstudios geben. Auch in den Redaktionen laden SWR-Kollegen und Kolleginnen zu Gesprächen ein.
Damit es auch lustig wird, sind Comedy und Quiz gebucht, und "Round Midnight" macht dazu Live-Musik. Wir freuen uns, wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln in den Matthias-Koch-Weg kommen, denn Parkplätze gibt es so gut wie keine.
Für die Menschen da sein
Marcel Wagner ist Studioleiter und hat sein neues Büro bereits bezogen. Er sieht den neuen Bau am alten Standort als "starkes Versprechen":
Wir bleiben nah bei den Menschen in der Region Neckar-Alb und im Nordschwarzwald. Wir hören zu, was sie beschäftigt und sind schnell vor Ort, um in Radio, Fernsehen und Internet über ihre Themen und Ereignisse zu berichten – auch in Zukunft
Altbau geht, Kita kommt
Rund um den Altbau haben die Stadt und ein Investor große Pläne. Eine neue Zufahrt wird gebaut und in den kommenden Jahren entstehen mehr als 70 Wohnungen. Wenn alles fertig ist, können etwa 200 Menschen dort leben. Bisher war das SWR-Gelände nämlich sehr groß - was in den fünfziger Jahren nichts Besonderes war, heute aber ein wenig sinnvoller Kostenfaktor ist.
Die Pläne für das neue Wohnareal hat die Stadt inzwischen vorgestellt. Es sind Doppel- und Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Und just an dem Platz, auf dem noch das alte Studio steht, wird bald schon eine Kindertagesstätte stehen.