Früher Soldaten, heute Touristen

Vor 20 Jahren aufgelöst: Das wurde aus dem Truppenübungsplatz bei Münsingen

Wo heute Touristen sind, waren einst Soldaten des Kaisers, der französischen Armee und der Bundeswehr: Seit 20 Jahren gibt es den Truppenübungsplatz bei Münsingen nicht mehr.

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Von Autor/in Harry Röhrle

Am 21. Oktober 2005 wurde der Truppenübungsplatz Münsingen (Kreis Reutlingen) "außer Dienst gestellt", wie es offiziell heißt. Davor diente das riesige Gelände auf der Reutlinger Alb über 100 Jahre lang unterschiedlichen Streitkäften: Gegründet als Übungsplatz des XIII. Königlich Württembergischen Armeekorps ging die Verwaltung laut Stadtarchiv nach Ende des Ersten Weltkrieges an die Reichswehr über. Nach 1945 waren Truppen der französischen Armee stationiert. Später diente Münsingen auch der Bundeswehr als Übungsgelände. Vor 20 Jahren kam dann das Aus.

Münsingen wollte Truppenübungsplatz nicht verlieren

Was im Oktober 2005 geschah, hat sich die Stadt Münsingen nicht gewünscht, sagte Bürgermeister Mike Münzing (SPD) dem SWR. Denn der Standort hatte mit der Kaufkraft der Soldaten und den Leistungen für die Bundeswehr die Wirtschaftskraft der Stadt um 75 Millionen Euro im Jahr gesteigert. Dieses Geld drohte nach dem Abzug der Soldaten verloren zu gehen.

Aber die Stadt erreichte damals, dass die Militärfläche zivil genutzt werden darf. So wuchs auf dem Gelände der ehemaligen Herzog-Albrecht-Kaserne eine neue Wohnsiedlung. Innerhalb von drei Jahren waren laut Bürgermeister Münzing alle 200 Bauplätze vergeben. Man habe früh mit der Bundesrepublik Deutschland verhandelt, das sei der Garant dafür gewesen, dass aus dem Sperrgebiet ein Erholungsgebiet werden konnte und es nicht Sperrgebiet blieb.

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Autor/in
Harry Röhrle
Harry Röhrle ist Reporter für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.
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Stefanie Assenheimer
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