Tausende Pendler und Anwohner auf der Strecke zwischen Balingen und Sigmaringen können bald aufatmen: Ab Ende April müssen Auto- und Lastwagenfahrer nicht mehr mit 30 Stundenkilometern durch den Ort oder über die Umleitungsstrecke fahren. Nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit ist der Tunnel auf der Bundesstraße 463 in Albstadt-Laufen fertig saniert.
Ab Oktober 2024 hat das Regierungspräsidium (RP) Tübingen den Tunnel in Albstadt-Laufen (Zollernalbkreis) auf der Bundesstraße sanieren lassen. Die Betriebstechnik war nach rund 20 Jahren veraltet. Ab Donnerstag, 30. April, werden Autofahrerinnen und Autofahrer wieder durch den Tunnel fahren können. Vorausgesetzt, die Sicherheitstests, die das RP aktuell noch macht, laufen gut.
Kosten laut Regierungspräsidium im Rahmen: Photovoltaik erleuchtet Tunnel
Die Tunnelsanierung hat laut Regierungspräsidium rund 20 Millionen Euro gekostet - soviel wie geplant. Der Tunnel hat eine neue Betriebstechnik, neue Kameras und Brandmeldeanlagen bekommen. Eine Photovoltaikanlage gibt es jetzt draußen neben dem Tunnel. Sie sorgt für Licht drinnen.
Freier Tunnel in Albstadt-Laufen, aber weiter Sperrungen
Auch wenn ab Ende April wieder bis zu 25.000 Autos und Lkw täglich durch den Tunnel in Albstadt-Laufen fahren dürfen, wird es nur wenig später weitere Umleitungen und Sperrungen geben. Von Ende August bis Ende Oktober wird nach Angaben des RP die Fahrbahndecke zwischen den Albstädter Teilorten Laufen und Lautlingen erneuert.
Zusätzlich wird ab Ende Juni an der Brücke über die Eyach bei Albstadt-Laufen gearbeitet und die Behelfsrücke rückgebaut. Wegen dieser Arbeiten sei wieder eine halbseitige Sperrung der B463 zwischen Balingen-Dürrwangen und Albstadt-Lautlingen notwendig.
Brücke auf der B463 muss auch erneuert werden
Langfristig plant das Regierungspräsidium Tübingen einen kompletten Neubau der Eyachbrücke bei Balingen-Dürrwangen kurz vor dem Tunnel. In ihr ist Spannstahl verbaut, der anfällig für Spannungsrisse ist. Vor 2029 wird daran aber wohl nicht gebaut. Das Projekt muss erst noch geplant werden. Aktuell wird an der Brücke ein Monitoringsystem eingebaut. Damit will das RP Veränderungen am Zustand der Brücke frühzeitig erkennen.
RP Tübingen: Brückensperrung wäre letztes Mittel
Sollte sich der Zustand der Brücke tatsächlich massiv verschlechtern, wäre eine Sperrung nicht zu vermeiden, räumt das Regierungspräsidium Tübingen ein. Bevor es soweit kommt, würden aber erst einmal andere Maßnahmen geprüft - beispielsweise ein Fahrverbot für Lastwagen oder "das wechselseitige Zulassen von nur einer Fahrtrichtung". Das Regierungspräsidium betont aber: Die Brücke sei aktuell nicht einsturzgefährdet.