Die Übernahme des Tübinger Biotech-Unternehmens CureVac durch seinen Mainzer Rivalen BioNTech rückt näher. Mehr als 80 Prozent der CureVac-Aktien wurden am Mittwochmittag bis zum Ende einer ersten Angebotsfrist in BioNTech-Anteile umgetauscht, teilte BioNTech mit. Damit wurde eine wichtige Voraussetzung für die Übernahme erfüllt.
Weitere Frist bis 18. Dezember
BioNTech hatte bei dem im Juni bekannt gewordenen Angebot 5,46 US-Dollar für jede CureVac-Aktie angesetzt. Das entspricht einer Bewertung des Tübinger Unternehmens von etwa 1,25 Milliarden US-Dollar (1,08 Milliarden Euro). CureVac-Aktionäre, die einen solchen Tausch noch nicht vollzogen haben, können dies noch bis zum 18. Dezember tun, wie BioNTech erklärte. Dann ende eine sogenannte Nachangebotsfrist.
Die dann noch verbliebenen Anteilsscheine werden laut BioNTech selbst dann umgetauscht, wenn der Anteilseigner dies nicht tue. Diesem Prozedere hätten die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung von CureVac zugestimmt. Dann könnten allerdings zusätzliche Steuern auf Aktionäre zukommen. Abgeschlossen werden soll die schon vom Vorstand und den Aufsichtsräten beider Unternehmen einstimmig genehmigte Übernahme voraussichtlich noch in diesem Jahr.
CureVac zog ersten Corona-Impfstoffkandidaten zurück
BioNTech und CureVac waren einst Kontrahenten im Rennen um einen Corona-Impfstoff, beide galten als Hoffnungsträger der deutschen Biotech-Landschaft. Während die Mainzer mit ihrem Vakzin gegen Covid-19 auf mRNA-Basis weltbekannt wurden und Milliarden verdienten, zog CureVac seinen ersten Impfstoffkandidaten wegen vergleichsweise geringer Wirksamkeit aus dem Zulassungsverfahren zurück. Nun soll die Expertise von CureVac mit dazu beitragen, dass BioNTech der Zulassung von Krebstherapien auf mRNA-Basis näherkommt.