Das Industrieunternehmen Groz-Beckert aus Albstadt (Zollernalbkreis) hat vergangenes Jahr fünf Prozent weniger Umsatz gemacht als im Vorjahr. Laut einer Mitteilung ist der Umsatz von 880 auf 839 Millionen Euro gesunken. Man habe unter anderem weniger Geschäfte mit Maschinenbauern, aber auch mit Textil- und Bekleidungsherstellern gemacht. Groz-Beckert stellt unter anderem Maschinennadeln und Werkzeuge für die Textilindustrie her und ist laut eigenen Angaben Weltmarktführer.
Weniger Umsatz: Nicht nur Konjunktur ist Problem
Der Nadelhersteller klagt in einer Mitteilung über die "diversen Krisen der vergangenen Jahre sowie die geopolitischen Spannungen" und ihre Auswirkung auf die Wirtschaft. Die Nachfrage sinke, die Kosten würden aber steigen. Dass es derzeit nicht gut aussieht beim Nadelhersteller, liege nicht nur an einer vorübergehenden Konjunkturschwäche.
Groz-Beckert will 50 Millionen Euro einsparen
In den kommenden zwei Jahren will Groz-Beckert rund 50 Millionen Euro einsparen. Das Unternehmen, das weltweit rund 9.400 Mitarbeitende beschäftigt, baut deshalb Stellen ab. Dabei gehe es vor allem um kaufmännische und technische Stellen in der Verwaltung in Albstadt. In der Nadelproduktion sind die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen schon in Kurzarbeit. Im November hat das Unternehmen ein "Freiwilligenprogramm" gestartet. Diese Abfindungsangebote haben bisher rund 150 Mitarbeitende angenommen. Das geht aus der Mitteilung hervor. Das Programm laufe noch bis Mitte März.
Kündigungen drohen
Im zweiten Quartal will Groz-Beckert entscheiden, wie es weitergeht und ob die bisherigen Maßnahmen ausreichen, um die Kosten zu senken. Angaben der "Schwäbischen Zeitung", nach denen bis zu 500 Stellen abgebaut werden könnten, bestätigte das Unternehmen dem SWR nicht.
Gewerkschaft weiß nichts von angeblich 500 Stellen
Auch bei der IG Metall Albstadt weiß man nichts von angeblich 500 Stellen. "Wo diese Zahl herkommt, ist mir schleierhaft. Es handelt sich da eher um Spekulationen", so die erste Bevollmächtigte, Nicole Platzdasch, im Gespräch mit dem SWR. Sie bewertet das Freiwilligenprogramm als fair. Es seien sehr gute Konditionen. Dennoch gebe es Mitarbeitende, die verunsichert seien. Eine Verunsicherung, die Platzdasch aber nicht nur beim Albstädter Industrieunternehmen sieht. Sie sei der wirtschaftlichen Gesamtlage geschuldet.