Zusammenarbeit mit Dienstleister auf Eis

Nach Cyberangriff: An der Uniklinik Tübingen stapeln sich Abrechnungen

Die Uniklinik Tübingen zieht nach einem Cyberangriff Konsequenzen. Aktuell arbeitet die Klinik nach eigenen Angaben nicht mit dem Abrechnungs-Dienstleister Unimed zusammen.

Teilen

Stand

Von Autor/in Ulrike Mix

An der Uniklinik Tübingen stauen sich im Moment die Abrechnungen für Privatpatienten und Selbstzahler. Bei einem Cyberangriff auf den Dienstleister Unimed sind Mitte April Daten von gut 5.000 Patienten der Uniklinik Tübingen gestohlen worden. Jetzt hat die Klinik Konsequenzen gezogen. Sie arbeitet nach Angaben einer Sprecherin derzeit nicht mit dem Dienstleister zusammen.

Uniklinikum sieht weiter Sicherheitslücken

Zum Dienstleister Unimed wurden "alle IT-Verbindungen gekappt", heißt es aus der Klinik. Alle aktiven Sitzungen und auch VPN-Verbindungen seien beendet. Außerdem seien alle Passwörter zurückgesetzt worden. Aktuell würden keine Abrechnungen über Unimed laufen, so die Tübinger Uniklinik. Das heißt: Etwa 70 Prozent der Abrechnungen für Privatpatienten und Selbstzahler bleiben erstmal liegen.

Obwohl Unimed angibt, dass alle Systeme wieder sicher seien, sieht die Uniklinik Tübingen noch Sicherheitslücken. Die müssten geschlossen werden, bevor man wieder zusammenarbeiten könne. Unimed sei ein Monopolist und auf die komplexen Abrechnungen von Unikliniken spezialisiert, so eine Sprecherin der Klinik. Es sei also nicht möglich, die Dienstleistung einfach an einen anderen Anbieter auszulagern.

Daten von mehreren Kliniken in Baden-Württemberg gestohlen

Von dem Cyberangriff betroffen waren auch die Unikliniken in Freiburg, Heidelberg und Ulm. Allein an der Uniklinik Freiburg haben die Kriminellen bei gut 54.000 Patienten die Stammdaten wie Name und Geburtsdatum gestohlen. In Heidelberg waren rund 11.000 Menschen betroffen.

In den wenigsten Fällen seien aber Finanzdaten der Patienten gestohlen worden. Die IT-Systeme der Kliniken selbst waren laut baden-württembergischen Wissenschaftsministerium nicht Opfer der Cyberattacke.

Freiburg/Ulm/Heidelberg/Mannheim

Unikliniken in BW betroffen Cyberangriff auf Dienstleister: Zehntausende Daten von Klinik-Patienten gehackt

Gesundheitsdaten sind sensible Informationen. Zehntausende davon sind jetzt Cyberkriminellen in die Hände gefallen. Wer betroffen ist und wie es weitergeht.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Deutschland

Zehntausende Daten geklaut FAQ: Das bedeutet der Cyberangriff auf den Dienstleister von Unikliniken für betroffene Patienten

Nach dem Hackerangriff auf einen externen Dienstleister der Unikliniken sind nicht nur in BW Daten von mehr als 72.000 Privatpatienten gestohlen worden. Was sind die Folgen?

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Baden-Württemberg

45.000 Cyberangriffe in 2024 Mehr Cyberangriffe in BW: Mittelständische Unternehmen wehren sich

Das Risiko für Cyberattacken ist laut BW-Landeskriminalamt weiterhin hoch. Kleine und mittlere Unternehmen haben jetzt ein neues Angebot, um sich gegen Online-Angriffe zu schützen.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Ulrike Mix
SWR Aktuell, Logo
Onlinefassung
Christoph Wötzel
SWR Aktuell, Logo

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!