Als stolzer Besitzer von 5.653 Masken darf sich Gerold Weschenmoser aus Starzach-Bierlingen (Kreis Tübingen) Weltmeister im Miniaturmaskensammeln nennen. Mit diesem Titel wird er seit 1996 regelmäßig vom Guinnessbuch der Rekorde ausgezeichnet. Seit der letzten Zählung für den Weltrekord 2026 sind schon wieder neue Masken hinzugekommen.
Solange ich atme, sammele ich Masken. Ich rauche nicht, ich trinke wenig Alkohol, ich gebe mein Geld dafür aus. Die ganze Sammlung ist mehr wert als ein SL vom Daimler.
Masken im Mäskle-Museum in Bierlingen zu sehen
Klein, groß, langnasig, pausbäckig, furchterregend oder wunderschön: Die Masken sind handgeschnitzt oder von Hand gegossen. In seinem Mäskle-Museum in Bierlingen stellt Weschenmoser seine Sammlung echter Fasnetsmasken in Miniaturform aus. Jede erzählt eine Geschichte. Weschenmoser kennt sie nahezu alle. So gab es in Bondorf wohl vor langer Zeit eine Hungersnot. Nichts Essbares weit und breit - bis auf die Pflaumen an den Bäumen. So entstand die Maske des Pflaumenschluckers: ein blaumütziges Gesichtchen mit Pflaume im Mund.
Wie der Saubloder-Hans bei der Fasnet das Sammelfieber weckte
Angefangen hat Gerold Weschenmosers Leidenschaft fürs Maskensammeln 1957. Damals hatte seine Mutter ihm die erste Miniaturmaske geschenkt: den Saubloder-Hans aus seinem Geburtsort Vöhrenbach (Schwarzwald-Baar-Kreis). Die kleinen Masken aus Plastik galten bei Narrenumzügen früher als Eintritt. Man hat sich das Mäskle gut sichtbar für die Kontrolleure um den Hals gehängt. Heute macht das kaum noch eine Zunft. Das Sammeln ist deswegen schwieriger geworden. Umso kostbarer ist Weschenmosers Sammlung.
Ganz Bierlingen hilft mit beim Sammeln der Masken
Beim Sammeln der Masken helfen ihm Freunde, Bekannte und eigentlich ganz Bierlingen. In diesem Jahr wird Weschenmoser 74 Jahre alt. Aufhören kommt für ihn nicht infrage. Nicht nur, weil er die 6.000-Masken-Grenze knacken will, sondern auch, weil immer wieder Leute in sein Museum kommen und sich freuen, wenn sie die Masken sehen. "Die Masken sind mein halbes Leben", sagt Gerold Weschenmoser.