Bilder thematisieren Kriege und Krisen, aber auch Mut und Widerstand

World-Press-Photo-Ausstellung in Balingen zeigt preisgekrönte Fotos

Die World-Press-Photo-Ausstellung gehört mit zur wichtigsten Foto-Schau weltweit. Jetzt ist sie in Balingen zu sehen. Sie zeigt auch, wie Menschen dem Elend auf der Welt trotzen.

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Von Autor/in Julia Klebitz

In der Stadthalle Balingen (Zollernalbkreis) sind bis Mitte Juni Pressefotos aus der ganzen Welt zu sehen. Die World-Press-Photo-Ausstellung zeigt Bilder von Journalisten, die einen der wichtigsten Fotopreise der Welt bekommen haben.

World-Press-Photo-Ausstellung Siegerfoto
In ihrem Siegerfoto hat die Bildjournalistin Carol Guzy eine Szene festgehalten, in der die amerikanische ICE-Behörde eine migrantische Familie trennt. Im Jahr 2025 führten Änderungen in der US-Einwanderungspolitik dazu, dass Gerichtsgebäude zu Brennpunkten für Massenabschiebungen durch die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) wurden. Maskierte ICE-Beamte nahmen undokumentierte Migranten unmittelbar nach ihren Anhörungen fest, was häufig zu traumatischen Trennungen von ihren Familien führte. Carol Guzy/ZUMA Press, iWitness, für Miami Herald Bild in Detailansicht öffnen
World-Press-Photo-Ausstellung
Valeria (5) spielt hinter einem Vorhang im Haus ihrer Tante. Sie wächst bei ihrer Mutter auf. In ihrer Region in Kolumbien werden 30 Prozent der Haushalte ausschließlich von Frauen geführt. Ferley A. Ospina/SouthAmerica-STO-Online Bild in Detailansicht öffnen
World-Press-Photo-Ausstellung
Waltraud unterhält sich mit Emma, ​​einem sozialen Roboter, der Gesichter erkennt und sich an frühere Gespräche erinnert. Anfangs skeptisch, fühlt sich Waltraud mit der Zeit mit Emma verbunden. Paula Hornickel/Europe-SIN Bild in Detailansicht öffnen
World-Press-Photo-Ausstellung
Ein junger syrischer Flüchtling besucht eine Unterrichtsstunde am Stadtrand von Arsal im Libanon. Begrenzte Ressourcen, Aufenthaltsprobleme und die Arbeitsbeschränkungen der Eltern erschweren vielen Flüchtlingskindern Zugang zu Bildung. Diego Ibarra Sánchez/WestCentralAndSouthAsia-LTP Bild in Detailansicht öffnen
World-Press-Photo-Ausstellung
Doña Paulina Ixpatá Alvarado steht mit anderen Achi-Frauen vor einem Gericht in Guatemala-Stadt. An diesem Nachmittag wurden drei ehemalige Zivilschutzpatrouillen wegen Vergewaltigung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit für schuldig befunden und zu jeweils 40 Jahren Haft verurteilt. Victor J. Blue/NorthAndCentralAmerica-SIN-Online, für The New York Times Magazine Bild in Detailansicht öffnen
World-Press-Photo-Ausstellung
Ghita Jhiate zähmt ihren ungestümen Hengst. Nachdem ihr Vater ihr lange die Teilnahme an Tbourida, einer marokkanischen Tradition, verboten hatte, erfüllte sie sich 2025 endlich ihren Traum, an der Seite der Pionierin Zahia Aboulait zu reiten. Chantal Pinzi/Africa-STO-Online, Panos Pictures Bild in Detailansicht öffnen
World-Press-Photo-Ausstellung
Noura versucht, ihr Pferd nach dem Schuss, dem gefährlichsten Teil einer traditionellen marokkanischen Vorführung, unter Kontrolle zu halten. Die Reiter riskieren Verletzungen durch Schießpulver oder durch Stürze. Frauen dürfen erst seit kurzem teilnehmen. Chantal Pinzi/Africa-STO-Online, Panos Pictures Bild in Detailansicht öffnen
World-Press-Photo-Ausstellung
Ein wilder Riesenpanda wurde von einer Kamerafalle im Wanglang-Nationalpark in Sichuan, China, aufgenommen. In der freien Wildbahn sind Pandas eine Seltenheit. Rob G./AsiaPacificAndOceania-SIN, Green-National Geographic Society-Henry Luce Foundation Bild in Detailansicht öffnen
World-Press-Photo-Ausstellung
Eine Frau und ihre neunjährige Tochter in Kenia. Das Mädchen wurde unehelich und ohne Geburtsurkunde geboren. Kiana Hayeri/Africa-SIN, für The New York Times Bild in Detailansicht öffnen
World-Press-Photo-Ausstellung
Alhaja Abdallah, eine geflüchtete Frau, zeigt im Sudan ihre Brandnarben aus einem Lager. Paramilitärische Kräfte haben mehrere Flüchtlingslager in Brand gesteckt. Abdulmonam Eassa/Africa-STO-Online, für Le Monde Bild in Detailansicht öffnen
World-Press-Photo-Ausstellung
Junge Tänzerinnen und Tänzer der Joburg Ballet School backstage im Soweto Theatre in Südafrika während ihrer Jahresabschlussvorstellung. Das Ballett war lange reichen Weißen vorbehalten. Ihsaan Haffejee/Africa-SIN, für GroundUp Bild in Detailansicht öffnen

Ein Mädchen krallt sich mit den Fingern am T-Shirt ihres Vaters fest. Ihr Gesicht ist verzerrt vor Verzweiflung. Daneben sind die Gesichter zweier weiterer Mädchen. Auf dem Pressefoto des Jahres hat die Fotojournalistin Carol Guzy eine bewegende Szene in einem Gericht in New York festgehalten. Sie zeigt wie die ICE-Behörde eine Familie auseinander reißt.

Kriege, Krisen, Attentate

Viele der rund 100 ausgestellten Fotografien zeigen Ausschnitte dessen, was im vergangenen Jahr auf der Welt passiert ist. Dabei ist viel Schlimmes: Kriege, Krisen, Attentate, Klimawandelfolgen. Die Fotografien sind unter anderem in der Ukraine, im Gaza-Krieg, den USA, Deutschland, Nepal, Marokko und Australien entstanden - auf nahezu allen Kontinenten der Erde. Themen sind etwa: Der Hunger in Gaza, gewalttätige Demonstrationen in Nepal, der Anschlag am Bondi-Beach in Sydney, die Situation der Menschen in Syrien und die Folgen der Klimaveränderungen für Menschen und Tiere.

Was bedeuten gesellschaftliche Entwicklungen für Einzelne?

Die Arbeiten zeigen auch gesellschaftliche Entwicklungen ganz unmittelbar und direkt. Was bedeutet es zum Beispiel, wenn es in Pflegeheimen immer weniger Personal gibt? Kann ein Roboter helfen, etwas gegen die Einsamkeit der Menschen im Alter zu tun? Damit beschäftigt sich die deutsche Fotografin Paula Hornickel. Ihr Bild zeigt Waltraud, die Bewohnerin eines Seniorenheims, die dem Roboter Emma gegenübersitzt und sich mit ihm anfreundet. 

Menschen, die das Gute suchen und finden

Die Ausstellung macht aber nicht nur Leid sichtbar. Sie zeigt auch Widerstand. Sie zeigt, wie Menschen im Elend das Gute suchen und das Beste aus ihrer Situation machen. Ein Paar, das auf den Philippinen einem Taifun trotzt und Hochzeit feiert, bis zu den Knien im Wasser. Und die World-Press-Photo-Ausstellung zeigt Menschen, die sich, oft über viele Jahre, Rechte erkämpft haben. Frauen, die auf Marokko an einem traditionellen Reiter-Festival teilnehmen, das lange nur männliche Teilnehmer erlaubte oder dunkelhäutige Mädchen, die in Südafrika Ballett tanzen - jahrelang war das reichen Weißen vorbehalten.

World-Press-Photo-Ausstellung erreicht Millionen Menschen

Diese "Geschichten mit einem Trotzdem" sind für Boris Retzlaff, der seit Jahren Besucher durch die Foto-Ausstellungen in Balingen führt, das Besondere an der diesjährigen Schau.

Insgesamt haben laut der World-Press-Photo-Stiftung mehr als 3.700 Fotografinnen und Fotografen aus 140 Ländern ihre Bilder zum Wettbewerb eingereicht. Die Ausstellungen zum Wettbewerb sehen demnach jährlich Millionen von Menschen in über 80 Städten weltweit. Die Stiftung will sich so auch für die immer stärker bedrohte Pressefreiheit auf der Welt einsetzen. In Deutschland ist die Ausstellung unter anderem noch in Hamburg, Flensburg und Dortmund zu sehen.

Balingen

Krieg, Klimawandel und Heldenbilder World Press Photo Ausstellung: Balingen zeigt Bilder von ausgezeichneten Fotografen

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Julia Klebitz
Julia Klebitz Reporterin SWR Aktuell Studio Tübingen Regionalbüro Albstadt

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