Donaubrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm

Plan B für die Gänstorbrücke: Abbruch funktioniert nicht wie geplant

Die Gänstorbrücke über die Donau kann nicht "schonend" zurückgebaut werden. Stattdesssen wird die Donau möglicherweise auch auf Ulmer Seite aufgeschüttet und die Bagger müssen ran.

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Von Autor/in Anja Müller

Der Abbruch der Gänstorbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm wird anders ablaufen als geplant: Die marode Brücke über die Donau lässt sich auf der Ulmer Seite nicht wie geplant "umweltschonend" zurückbauen, sondern muss auf konventionelle Art und Weise abgerissen werden. Und dafür muss zunächst eine Genehmigung eingeholt werden.

Bisher geplant war der Rückbau über ein sogenanntes Vorschubgerüst auf 42 Mikropfählen, über das Brückenteile Stück für Stück ans Ufer gebracht und dort zerkleinert werden sollten. Dafür lagerte das Baumaterial bereits am Ulmer Ufer. Vorteil: Der Eingriff in die Donau und damit in die Natur wäre so gering wie möglich gewesen.

Gerüst lässt sich nicht stabil auf Ulmer Seite verankern

Doch wie sich herausstellte, lassen sich die Mikropfähle und damit das Gerüst nicht stabil genug im Uferbereich verankern. Grund sind zu viel Stahl oder Gestein im Untergrund, was bei vorherigen Baugrunduntersuchungen nicht entdeckt worden war. Darüber informierte der Ulmer Baubürgermeister Tim von Winning (parteilos) die Städträtinnen und Stadträte aus Ulm und Neu-Ulm bei einer gemeinsamen Sitzung vergangene Woche.

Abbruch der Gänstorbrücke läuft nun anders

Stattdessen kommt auf der Ulmer Seite nun Plan B zum Zug, der konventionelle Abriss. Dafür müsste die Donau, wie auch auf der Neu-Ulmer Seite, mit grobem Gestein aufgeschüttet werden, damit Abrissbagger die Brücke vom Fluss aus Stück für Stück abtragen können. Die Methode greift stark in die Tier- und Pflanzenwelt der Donau ein und muss wasserrechtlich erst genehmigt werden.

Eine weitere Möglichkeit wäre der Abriss mit Hilfe eines Raupenkrans, der die Brückenteile heraushebt. Die Stadt prüft aktuell, welche Methode für den Abriss angewendet werden kann. Einen genauen Zeitplan gibt es demnach noch nicht.

Artenschutz und Hochwasser-Gefahr im Auge behalten

Wegen der Laichzeiten der Fische kann mit dem Abbruch der Brücke aber ohnehin erst im Juni begonnen werden. Neben dem Artenschutz spiele auch der Wasserstand der Donau eine wichtige Rolle. Die Stadt muss ein Hochwasserschutzkonzept für die Zeit des Abbruchs vorlegen. Wegen der Hochwasser-Gefahr müsse man den Wetterbericht im Auge behalten und vor allem schnell arbeiten, so Timo Roth, Experte für Brückenbau bei der Stadt Um.

Die gute Nachricht: Nach wie vor soll es dabei bleiben, dass die Gänstorbrücke über die ganze Bauzeit - mit Einschränkungen - für den Fahrzeugverkehr offen bleibt. Sprich: Zunächst soll, wie geplant, der westliche Teil und dann der östliche Teil der Brücke abgebrochen werden, der Verkehr läuft jeweils auf einer Spur weiter.

Nabada auf der Donau nach wie vor nicht gefährdet

Und: Das traditionelle Nabada auf der Donau im Juli ist nicht gefährdet. Von Seiten der Stadt Ulm könnten die Arbeiten bei schneller Genehmigung bereits Mitte Mai starten und wären innerhalb weniger Tage erledigt. Insgesamt sei dieses konventionelle Verfahren mit einer Aufschüttung der Donau zwar nicht die beste Lösung, aber eine, die Zeit und Geld spare, hieß es dazu.

Die neue Gänstorbrücke über die Donau zwischen Ulm und Neu-Ulm könnte also bereits im Sommer 2027, also fünf Monate früher als geplant, fertig sein.

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Anja Müller
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Onlinefassung
Sabine Bauer
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