Aus UNESCO-Welterbehöhle Hohle Fels bei Schelklingen

"Fund des Jahres": Forscher finden 40.000 Jahre alte Vogelfiguren in Höhle

Zu den spektakulären Figuren aus den Höhlen auf der Schwäbischen Alb kommen zwei weitere hinzu: aus Mammutelfenbein geschnitzte Vögel. Eines unterscheidet sie von den bisherigen Funden.

Teilen

Stand

Von Autor/in Volker Wüst

Einmal im Jahr präsentieren Archäologen der Universität Tübingen ihren "Fund des Jahres": Figuren, die sie in den UNESCO-Welterbehöhlen auf der Schwäbischen Alb ausgegraben haben. In der Vergangenheit haben die Forscher unter anderem die Venus vom Hohle Fels, den Löwenmenschen und eine kleine Mammutfigur entdeckt.

Dieses Mal haben sie der Öffentlichkeit zwei kleine Vogelfiguren vorgestellt. Unklar ist: Sind es Schneehühner, Bussarde oder vielleicht doch Auerhühner?

Fund des Jahres aus der Welterbehöhle Hohle Fels: Die beiden Vogelfiguren sind ungefähr so groß wie ein Daumennagel.
Fund des Jahres aus der Welterbehöhle Hohle Fels: Die beiden Vogelfiguren sind ungefähr so groß wie ein Daumennagel. urmu Blaubeuren

Figuren sind ungefähr 40.000 Jahre alt

Die beiden Figuren sind ungefähr so groß wie ein Daumennagel und sehr detailreich gestaltet. Die Archäologen schätzen das Alter, wie bei den früheren Funden, auf etwa 40.000 Jahre. Damit gehören sie zu den ältesten figürlichen Kunstwerken der Menschheit.

Eine der beiden Figuren sei ein "ruhender, vielleicht brütender Vogel". Die andere Figur zeige einen Vogel mit "ausgebreiteten Flügeln, dessen linker Flügel jedoch abgebrochen ist und aufgrund abgebrochener Teile nicht angesetzt werden kann".

Zu den spektakulären Figuren aus den Höhlen auf der Schwäbischen Alb kommen zwei weitere hinzu: aus Mammutelfenbein geschnitzte Vögel.
Die beiden Vogelfiguren gehören zu den kleinsten der bisher entdeckten Kunstwerke aus der Eiszeit. Rainer Schlenz

Funde stammen aus der Höhle Hohle Fels bei Schelklingen

Ob die Kunstwerke von ein und demselben Menschen geschnitzt wurden, konnten die Archäologen um Forschungsleiter Nicholas Conard bei der Vorstellung am Mittwoch im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren (Alb-Donau-Kreis) nicht sagen. Sie seien in der gleichen Schicht ungefähr eineinhalb Meter voneinander entfernt im Hohle Fels bei Schelklingen gefunden worden.

Sie zeigten aber, "dass die Schnitzerinnen und Schnitzer (...) Vögel auf vielfältige und filigrane Weise darstellen konnten", so Conard. Und das bei einer Größe von lediglich zwei Zentimetern Länge, einem Zentimeter Breite und einem halben Zentimeter Höhe. Damit gehören sie zu den kleinsten der bisher entdeckten Kunstwerke aus der Eiszeit.

Zu den spektakulären Figuren aus den Höhlen auf der Schwäbischen Alb kommen zwei weitere hinzu: aus Mammutelfenbein geschnitzte Vögel.
Kleine Vögel, großer Andrang: Die Archäologen um Nicholas Conard stellen zwei weitere Figuren aus dem Hohle Fels bei Schelklingen vor. Rainer Schlenz

Die beiden Vogelfiguren werden bis zum 4. April kommenden Jahres im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren (urmu) ausgestellt.

Niederstotzingen

Überraschender Fund bei Niederstotzingen Vor 20 Jahren entdeckt: Großer Hype um das kleine Mammut vom Vogelherd

Nur 3,7 Zentimeter klein und dennoch groß Furore gemacht. Am 22. Juni 2006 entdeckten Archäologen das Mammut vom Vogelherd bei Grabungen. Ein Meisterwerk der Eiszeitkunst.

Schelklingen

Welterbe-Höhle in Schelklingen Archäologen entdecken im Hohle Fels Meißel aus Elfenbein

Es ist weltweit das bislang größte Werkzeug aus Elfenbein, das Archäologen in einer Höhle im Alb-Donau-Kreis entdeckt haben: ein 25 Zentimeter langer und 39.000 Jahre alter Meißel.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Volker Wüst
SWR Aktuell Autor Volker Wüst

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!