Zum vierten Mal innerhalb von zwei Monaten muss in Neu-Ulm das Sprengkommando anrücken. Bei einer Sondierung des Pfuhler Rieds sind erneut Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Die drei Bomben liegen dabei näher an einem Gewerbegebiet als die früheren drei Funde.
Fliegerbomben werden entschärft: Sicherheitsbereich von 1.000 Metern wird geräumt
Am kommenden Donnerstagabend (24.9.26, 20:45 Uhr) wird ein Radius von 1.000 Metern um den Fundort gesperrt und evakuiert. Etwa 40 Unternehmen sind betroffen, darunter das Gelände von Daimler Buses. Außerdem müssen 20 Bewohnerinnen und Bewohner ihre Häuser verlassen, so eine Sprecherin der Stadt Neu-Ulm.
Bundesstraße B10, Luftraum und möglicherweise auch Bahntrasse gesperrt
Darüber hinaus wird die nahe gelegene B10 für den Verkehr gesperrt. Während der Entschärfung wird möglicherweise auch der Bahnverkehr auf der Strecke Ulm-Augsburg gestoppt und es wird eine Flugverbotszone eingerichtet. Die Planer der Stadt gehen davon aus, dass die Entschärfung der Bomben bis Mitternacht vollbracht sein wird.
Den Hintergrund der Sondierungsarbeiten hatte ein Sprecher der Stadt Neu-Ulm bei einer früheren Entschärfung erläutert: Beim Bau der B10 seien zwölf Blindgänger gefunden worden. Im vergangenen Dezember habe die Stadt neues Material bekommen. Daher habe man beschlossen, erneut zu suchen.
Pfuhler Ried war früher offenbar Flugplatz
Mit Erfolg: Bei den drei vergangenen Einsätzen konnten elf Blindgänger entschärft oder kontrolliert gesprengt werden. Die Sprecherin der Stadt vermutet, dass die Fläche des heutigen Pfuhler Rieds im Zweiten Weltkrieg betoniert war und dort Flugzeuge standen. Eine solche Häufung von Blindgängern sei dennoch ungewöhnlich.
Die Stadt geht aber davon aus, dass im Pfuhler Ried keine weiteren Blindgänger mehr liegen. Im benachbarten Baugebiet Schwaighofen Süd dagegen kann sie das nicht ausschließen.