Nach dem Dachstuhlbrand in einem Kindergarten in Gschwend im Ostalbkreis hat die Gemeinde jetzt einen Notbetrieb gestartet. Das Feuer hatte den kompletten Dachstuhl erfasst, das Gebäude ist derzeit nicht benutzbar.
Als das Feuer am Donnerstagnachmittag ausbrach, befanden sich laut Bürgermeister Jochen Ziehr (parteilos) keine Kinder im Gebäude. Sie waren nach seinen Angaben gemeinsam mit den Erziehern im Garten.
"Die Erzieherinnen haben sich mit den Kindern sehr gut verhalten, sind dann vom Gebäude abgerückt und unsere Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr in Gschwend konnten den Brand nach ungefähr einer Stunde eindämmen, so dass keine Gefahr mehr bestand", so Ziehr weiter.
Zunächst war die Polizei davon ausgegangen, dass sich noch Kinder im Haus befanden. Verletzt wurde niemand. Kurz nach 18 Uhr war das Feuer gelöscht. Der Schaden liegt nach ersten Schätzungen in einem deutlichen sechsstelligen Bereich.
Ursache für Feuer vermutlich ein technischer Defekt
Am Freitagmorgen war laut Bürgermeister Jochen Ziehr ein Brandermittler vor Ort. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist keine Fremdeinwirkung gegeben, vielmehr deutet viel darauf hin, dass es ein technischer Defekt war. Ob jetzt direkt von der PV-Anlage oder aus einem anderen Bereich, das wissen wir zum heutigen Stand leider noch nicht", so Ziehr. Die Photovoltaikanlage sei direkt in das Dach eingebaut, was die Löscharbeiten am Dachstuhl erschwert habe.
Die Polizei ermittelt nun die genaue Brandursache. Das Gebäude werde vorerst nicht benutzbar sein, teilte ein Sprecher der Polizei weiter mit.
Kinder kommen in leerstehendem Kindergarten unter
"Wir sind im Krisenmodus unterwegs", sagt Gschwends Bürgermeister Jochen Ziehr gegenüber dem SWR. Die Gemeinde konnte am Freitag eine Notbetreuung in einer Mehrzweckhalle organisieren.
Ziehr lobte die Zusammenarbeit der Beschäftigten im Kindergarten, der Gemeindemitarbeiter und seiner Amtskollegen aus benachbarten Gemeinden. Ein Großteil der rund 70 Kinder soll vorerst in einem leerstehenden Kindergarten im benachbarten Eschach untergebracht werden. "Wir müssen die Räumlichkeiten in den nächsten Tagen so ertüchtigen, dass dort ein Kindergartenbetrieb stattfinden kann", so Ziehr weiter.
Parallel dazu sollen Kindergartengruppen in Klassenzimmern der Grundschule in Gschwend unterkommen. Von Montag bis Mittwoch gilt ein Notbetrieb in der Gschwender Gemeindehalle.
Die Auswirkungen für Eltern und Kinder sollen im Alltag, so Ziehr, so gering wie möglich gehalten werden. Für die Kinder sei das natürlich eine starke Veränderung, "aber ich denke, in der Kürze der Zeit haben wir einen gangbaren Weg erarbeitet, wenngleich die Hausaufgaben schon noch da sind, die wir sukzessive abarbeiten müssen." Am Donnerstag kommende Woche soll bereits mit den regulären Zeiten wieder ein Kindergartenbetrieb stattfinden.