Geschmack nach Schwarzwälder Kirschtorte und Lemberger Käsekuchen

Wie schmeckt die Slowakei? Konditorin entwickelt Macarons für das Donaufest

Zehn Länder, zehn Geschmacksrichtungen: Eine Konditorin hat sich für das Donaufest einer Herausforderung gestellt: Sie hat den Geschmack der Donauländer in Macarons einfangen.

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Von Autor/in Magdalena Gräfe

Wie schmeckt eigentlich die Slowakei? Oder Moldau, Serbien oder Rumänien? Mit diesen Fragen hat sich Konditormeisterin Johanna Mendler aus Hüttisheim (Alb-Donau-Kreis) beschäftigt. Für das Internationale Donaufest in Ulm hat die 24-Jährige zehn verschiedene Macarons entwickelt – für jedes der zehn Donauländer eine eigene Sorte.

Konditorin Johanna Mendler verkauft ihre Macarons auf dem Donaufest
Konditorin Johanna Mendler verkauft ihre Macarons auf dem Donaufest

Die Idee kam der Konditorin, nachdem sie auf dem Weihnachtsmarkt Macarons verkauft hatte und diese gut ankamen. "Da habe ich mir gedacht, das wäre doch auch was fürs Donaufest", erzählt sie. Auf der Suche nach einem Bezug zur Donau entstand schließlich die Idee, jedem der zehn Donauländer eine eigene Geschmacksrichtung zu widmen.

Schwarzwälder Kirsch, Mandeltorte, Käsekuchen

Doch wie fängt man ein ganzes Land geschmacklich in einem kleinen französischen Mandelgebäck ein? "Ich habe mich an typischen Kuchen orientiert, an Nationalkuchen", sagt Johanna Mendler. Außerdem recherchierte sie landestypische Früchte, Nüsse und andere Besonderheiten der jeweiligen Küchen. Daran orientierte sie sich bei der Entwicklung ihrer Rezepte und Füllungen. So soll jede Macaron-Sorte den Geschmack eines Donaulandes widerspiegeln.

Ich habe mich an typischen Kuchen orientiert, an Nationalkuchen.

Das deutsche Macaron ist beispielsweise von der Schwarzwälder Kirschtorte inspiriert, das ukrainische vom Lemberger Käsekuchen und das kroatische von einer traditionellen Mandeltorte mit Zitrone.

Schon als Kind hat Johanna Mendler gerne gebacken. Nach der Schule entschied sie sich deshalb für eine Ausbildung zur Konditorin - eine Entscheidung, die sie bis heute nicht bereut. "Ich bin total glücklich, weil das ein kreativer Beruf ist", sagt sie. "Und jeder Tag ist anders."

Macarons: die Königsklasse des Backens

Dabei gelten Macarons als besonders anspruchsvoll. Man braucht viel Feingefühl und schnell geht etwas schief. Vor allem der Teig sei schwierig: "Wenn er zu fest ist, reißen sie. Ist er zu flüssig, verlaufen sie", sagt Mendler. Bis das richtige Rezept gefunden sei, brauchte es viele Versuche. "Dafür ist man heute umso stolzer, wenn ein Blech aus dem Ofen kommt und gut aussieht."

Mit ihren Macarons möchte Mendler die kulinarische Vielfalt der Donauländer aufgreifen und den Besuchern auf ungewöhnliche Weise näherbringen. Seit Beginn des Donaufestes verkauft die Konditorin ihre Kreationen auf dem Markt der Donauländer. Zehn Tage lang präsentieren sich zehn Donauländer mit Kultur, Musik, Kulinarik und einem umfangreichen Begleitprogramm. An ihrem Stand auf der Neu-Ulmer Seite gibt es außerdem Donauwelle und Springerle, mit dem Logo des Donaufests.

Bis zu 800 Macarons am Tag

Damit die Macarons möglichst frisch bleiben, produziert Mendler sie nicht komplett im Voraus. Stattdessen backt sie während des gesamten Festivals täglich zwischen 400 und 800 Stück in ihrer Backstube in Hüttisheim und liefert regelmäßig Nachschub nach Ulm. Trotzdem sind manche Sorten am Ende des Tages ausverkauft.

Konditorin Johanna Mendler in ihrer Backstube in Hüttisheim
Konditorin Johanna Mendler in ihrer Backstube in Hüttisheim

Auch bei den Besuchern des Donaufests kommen die Macarons gut an - selbst wenn viele die jeweiligen Länder geschmacklich nicht erkennen. "Ein Land kann ich nicht sagen, keine Ahnung", sagt Emily Bulant. "Aber auf jeden Fall zu empfehlen."

"Am beliebtesten ist Kroatien", erzählt Johanna Mendler. Ihre persönliche Lieblingssorte ist die Slowakei: ein Brombeer-Heidelbeer-Macaron mit Mohn und Honigfüllung. "Ich finde, das ist einfach mal was ganz anderes, als man sonst so isst."

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Autor/in
Magdalena Gräfe
SWR-Aktuell Autorin Magdalena Gräfe