Magdalena Gräfe ist freie Journalistin und multimediale Reporterin im SWR Studio Ulm. Nach einem Studium der Geschichte und Philosophie in Augsburg besuchte sie die Deutsche Journalistenschule in München. Ihren Einstieg in den Journalismus machte sie als Gerichts- und Regionalreporterin bei einer großen regionalen Tageszeitung in Ulm. Eine besondere Affinität hat sie für die Auslands- und Krisenberichterstattung. Seit Oktober 2025 arbeitet sie für den Südwestrundfunk.
Heimat
Ulm - und neuerdings auch München.
Mein Antrieb
Geschichten sichtbar zu machen, die sonst übersehen werden.
Journalistisch prägend für mich war
Der Arabische Frühling
Lieblingsthemen
Am liebsten vor Ort: egal ob beim Hasenzüchter in Berghülen oder im Flüchtlingslager im Westjordanland.
Als Autorin hatte ich einen unvergesslichen Moment mit diesem Menschen
2022 durfte ich einen der letzten Überlebenden von Stalingrad interviewen. Der 99-Jährige erzählte mir nicht nur von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs, sondern auch über eine Episode seines Lebens, über die er lange geschwiegen hatte: Nach eigenen Angaben gehörte er zu den Mitwissern des Attentats auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944; die Bombe sei zeitweise in seinem Zimmer aufbewahrt worden, erzählte er. Da fiel mir auf, dass unser Interview ausgerechnet an diesem Datum stattfand - am 20.Juli, einem der wichtigsten Tage des deutschen Widerstands gegen den Nationalsozialismus.
Daraufhin unterbrach der 99-Jährige das Interview, um eine Flasche Champagner aus seinem Kühlschrank zu holen. Er trinke jedes Jahr am 20. Juli darauf, erklärte er. Wir stießen an. Ich konnte es nicht ablehnen, so eine besondere Ehre, so ein unvergesslicher Moment. Es war sein letzter 20. Juli. Wenige Wochen später starb er. Kurz nach seinem 100. Geburtstag.