Seit drei Jahren herrscht Krieg gegen die Ukraine. Den Verein "Heidenheim für Ukraine" gibt es fast genau so lange. Seither fahren jeden Monat Transporter und Lastwagen mit Hilfsgütern in das Land. Es werde allerdings immer schwieriger, welche zu bekommen, denn die Spendenbereitschaft sei deutlich gesunken.
"Heidenheim für Ukraine": Menschen spenden weniger
Jasmin Glänzel-Seibold ist geschafft. Zwei Tage nach Beginn des Kriegs im Jahr 2022 hat sie mit ihrem Verein den ersten Transporter mit Hilfsgütern in die Ukraine geschickt. Seither kümmert sie sich unermüdlich um den Verein "Heidenheim für Ukraine". Ans Aufgeben denkt sie aber nicht.
"Es ist undenkbar, dass ich jetzt aufhöre", sagt die Vereinsvorsitzende. "Aber wir merken einfach, dass wir strapaziert sind." Immer seltener würden die Menschen von sich aus spenden. Deshalb ist Kreativität gefragt. Mittlerweile versucht der Verein, mit Benefiz-Konzerten und anderen Aktionen Spenden zu generieren.
Nicht nur die Sachspenden seien weniger geworden. Auch die Geldspenden sind in den vergangenen Monaten um rund 40 Prozent zurückgegangen, so Glänzel-Seibold.
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Verein lieferte mehr als 420 Tonnen Hilfsgüter in die Ukraine
Was der Verein in den letzten drei Jahren geleistet hat, ist beeindruckend. Insgesamt 422 Tonnen an Hilfsgütern sind von Heidenheim aus in die Ukraine gegangen. Allein im vergangenen Jahr haben sich 14 voll beladene Sattelzüge auf den Weg gemacht. Daneben hat der Verein unter anderem neun Feuerwehrfahrzeuge, Medizintechnik und Pflegebetten in die Ukraine geliefert.
Das kann Jasmin Glänzel-Seibold natürlich nicht selbst stemmen. Insgesamt 150 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind mittlerweile im Verein tätig. Sie verpacken die Hilfsgüter, beladen die Lastwagen oder beteiligen sich an einem der vielen anderen Projekte des Vereins.
Verein hilft auch geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainern
"Heidenheim für Ukraine" kümmert sich nämlich nicht nur um die Menschen im Kriegsgebiet, sondern auch um die Ukrainerinnen und Ukrainer, die nach Deutschland geflüchtet sind. Die Angebote reichen von Hilfe bei Behördengängen bis hin zu Arztbesuchen.
Seit den Anfangsstunden gibt es im Verein auch einen Chor. Dort werden gemeinsam ukrainische und deutsche Lieder gesungen. Anfangs wollte der Verein die geflüchteten Menschen zusammenbringen und ablenken. Mittlerweile ist der Chor professionell geworden und hilft dabei, Spenden zu sammeln - zuletzt bei einem Benefizkonzert in Berlin.
Für sein vielseitiges Engagement ist der Verein "Heidenheim für Ukraine" bereits 2022 mit dem Bürgerpreis des Landkreises Heidenheim in der Kategorie "Alltagshelden" ausgezeichnet worden. Jasmin Glänzel-Seibold wäre es natürlich am liebsten, sie müsste keine Hilfsgüter mehr in die Ukraine schicken. Dass sie es nach drei Jahren immer noch tut, hätte sie damals, als sie angefangen hat, nie gedacht.