Der Einstein-Marathon in Ulm hat schon voriges Jahr mit rund 15.000 Läuferinnen und Läufern so viele Teilnehmer gehabt wie nie zuvor. Nun ist dieser Rekord schon wieder passée. Wenige Tage vor Start sind fast 16.000 Menschen gemeldet.
Mit knapp 7.000 Anmeldungen ist der Halbmarathon die beliebteste Disziplin, gefolgt vom 10-Kilometer-Lauf mit 3.746. Am Marathon selbst nehmen rund 1.400 Menschen teil.
Einstein-Marathon in Ulm - eine Erfolgsgeschichte
Der Einstein-Marathon in Ulm hat 2005 eigentlich als einmaliges Event begonnen. Doch bereits damals meldeten sich statt der erwarteten 3.000 Menschen doppelt so viele an. Der Lauf ging in Serie, mauserte sich zu einem der größten Laufevents in Süddeutschland und findet dieses Jahr zum 22. Mal statt.
Die Corona-Pandemie hinterließ eine Delle in den Zahlen, wie andernorts auch. Doch seitdem werden es immer mehr Läuferinnen und Läufer - und daran hat die Pandemie ihren Anteil, heißt es im aktuellen Begleitmagazin zum Einstein-Marathon: Als die Fitness-Studios geschlossen waren und auch kein Mannschaftssport möglich war, gehörte Laufen zu den wenigen Sportarten, die sich noch umsetzen ließen. Die Pandemie ging vorbei, die neue Gewohnheit blieb.
Diese Entwicklung bestätigt auch der Deutsche Leichtathletik Verband auf Anfrage. Er weist noch auf etwas anderes hin: Die Motivation seien Fitness und Gesundheit. Und gerade bei jüngeren Menschen würde vor allem auch die Gemeinschaft eine Rolle spielen.
Dafür spreche die Vielzahl der Running Crews und Running Clubs. Diese und ähnliche Angebote würden auch gerade über soziale Medien unterschiedliche Zielgruppen erreichen.
Laufen ist einfach und günstig
Einen dritten Punkt nennt der Kölner Sportwissenschaftler Ingo Froböse: Viele hätten erkannt, dass Eigenverantwortung Sinn ergebe und es einen Ausgleich brauche für mentale Belastungen und langes Sitzen. Joggen sei da für viele ideal. Dazu kommt, das Laufen nach wie vor einfach und günstig ist: Es braucht keine Mitgliedschaft im Verein, kein Abo im Fitnessstudio, nur ein paar Sportschuhe.
Der Trend zum Laufen ist kein lokales Phänomen. Der London-Marathon findet beispielsweise kommendes Jahr erstmals an zwei Tagen statt. Damit will man der großen Nachfrage gerecht werden.
Läufer beim Einstein-Marathon kommen oft aus der Region
Soweit ist es in Ulm noch nicht, trotz des neuerlichen Rekords von 16.000 Läuferinnen und Läufern. Die meisten von ihnen (rund 85 Prozent) kommen aus einem Umkreis von etwa 50 Kilometern. Zusammen mit den Zuschauern wird in der Stadt am 27. September also viel los sein.
1000 Freiwillige helfen ehrenamtlich
Nicht zu vergessen die vielen freiwilligen Helfer. Rund 1.000 Menschen helfen an Versorgungsstationen, den Strecken, der Startnummerausgabe und der Gepäckstation. Dazu kommen noch Security und Helfer der Blaulichtorganisationen.
So läuft der Marathon in Ulm: Sperrungen und Videogrüße
In den Innenstädten von Ulm und Neu-Ulm werden Passanten kaum am Marathon vorbeikommen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer laufen traditionell große Teile der Strecke durch die Innenstadt. Die meisten Läufe enden auf dem Münsterplatz. Der erste Start ist um 8.40 Uhr am Donaustadion, der letzte um 14.30 Uhr auf der Münchner Straße. Rund zwei Dutzend Live-Bands säumen die Straßen.
Neu sind dieses Jahr Videogrüße auf einer großen Leinwand an der Neuen Mitte. Familien, Freunde und Fans können vorab ein Video zum Anfeuern einschicken. Passiert der entsprechende Läufer die Auslösestelle, wird das Video abgespielt, als Überraschung und zur Motivation.
Wegen des Marathons gibt es Straßensperrungen und Halteverbote in Ulm und Neu-Ulm sowie Änderungen im öffentlichen Nahverkehr. Darüber informieren die Organisatoren detailliert auf ihrer Homepage.