54-Jähriger vor dem Landgericht Ellwangen

Wie der Schmuggel von einer Tonne Cannabis in Aalen aufflog

Eine Tonne Cannabis, eine internationale Verbrecherbande und ein geknackter Messengerdienst: Die Ermittler fassen in Aalen einen Drogenkurier und können ihm die Taten minutiös nachweisen.

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Am Landgericht Ellwangen ist ein Prozess gegen einen 54-jährigen Drogenkurier mit einer hohen Haftstrafe zuende gegangen. Der Mann muss für achteinhalb Jahre ins Gefängnis. Der Grund: Drogenschmuggel und Beihilfe zum Drogenhandel. Die Taten liegen fünf bis sechs Jahre zurück, damals lebte der Mann in Aalen. Dort soll er enorme Mengen an Drogen zwischengelagert haben.

Cannabis und Kokain im Wert von mehr als einer Million Euro

Eine Tonne Cannabis und rund 17 Kilogramm Kokain soll der 54-Jährige in seiner damaligen Aalener Wohnung zwischengelagert und dann an Kunden geliefert haben. Zwischen 2020 und 2021 hat er laut Gericht mehr als 20 Drogenlieferungen getätigt, unter anderem nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. Die Ware im Wert von geschätzt mehr als 1,2 Millionen Euro hatte er wohl aus den Niederlanden.

Die Aufträge für die Drogenfahrten hatte der Mann laut Anklage von einer international agierenden Verbrechergruppe, mit albanischen Drahtziehern. Sein Lohn habe sich auf rund 130.000 Euro belaufen. Die Drogen transportierte der Mann laut Staatsanwaltschaft in einem Auto, in dem ein hochprofessionelles Versteck eingebaut war.

Ermittler kommen Angeklagtem über verschlüsselten Messenger auf die Schliche

Die Taten konnten mit dem 54-Jährigen, der mittlerweile in Basel wohnt, in Verbindung gebracht werden, weil Ermittler den verschlüsselten Messengerdienst SkyECC knacken konnten. Diesen Dienst nutzten vor allem Kriminelle. Darin fanden sich Bilder und Chats der Drogenfahrten. Die Ermittler seien bei der Auswertung der Datenpakete auf den 54-Jährigen und Aalen als Tatort gekommen.

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Um den Bossen das Handwerk zu legen, müssen die Ermittler der Spur des Geldes folgen, international zusammenarbeiten, Daten austauschen. Dann erfolgt am "Action Day" der Zugriff.

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Während der Verhandlung wurden zahlreiche Chats verlesen, in denen der Angeklagte mit seinen mutmaßlichen Auftraggebern offen über die Menge der Lieferungen und die Bezahlung spricht. Auch Bilder der Drogen und des Geldes hat der Angeklagte über den Messenger versendet.

Richter am Landgericht Ellwangen spricht von besonderem Prozess

Der Richter sprach bei der Urteilsverkündung von einem besonderen Prozess. Das Gericht habe noch nie mit so großen Mengen an Drogen zu tun gehabt. Die Beweislage sei durch den Messenger-Dienst SkyECC ungewöhnlich gewesen. Man habe alte Fälle mit den Chatverläufen nachstellen können. Die Staatsanwaltschft hatte bereits von einer erdrückenden Beweislast gesprochen.

Strafmildernd wirkte, dass der 54-Jährige die Taten im Prozess gestanden hat. Gegen das Urteil kann innerhalb einer Woche Revision eingelegt werden.

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SWR

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