Am Montag gab es ein Mini-Erdbeben mit einer Stärke von 2,6 auf der Richterskala die Region rund um Ehingen im Alb-Donau-Kreis. Für die meisten Menschen vor Ort war das Ereignis kaum spürbar. Doch es wirft eine wichtige Frage auf: Kann die Region weiterhin als möglicher Standort für ein Atommüll-Endlager in Betracht gezogen werden? Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat dazu gegenüber dem SWR Stellung genommen.
Trotz Erdbeben in Ehingen: Region steht weiter als Kandidat zur Debatte
"Alles ist noch offen", sagt eine Sprecherin der BGE über die Chancen, dass bei Ehingen ein Atommüll-Endlager entstehen könnte - trotz Erdbeben. Es seien noch keine endgültigen Entscheidungen über mögliche Standorte gefallen.
Alles ist noch offen
Das Ziel der BGE ist klar definiert: Es muss ein Standort gefunden werden, der die strahlenden, radioaktiven Abfälle für eine Million Jahre sicher einschließen kann. In der Region um Ulm, zu der auch Ehingen gehört, konzentrieren sich die Untersuchungen derzeit auf Tonschichten. Diese gelten als besonders geeignet, um radioaktive Stoffe langfristig sicher einzuschließen.
Zwischenbericht Atommüll-Endlagersuche: RLP nicht mehr im Fokus, BW wird weiter geprüft
Wo entsteht in Deutschland ein Atommüll-Endlager? Die Antwort darauf ist zwar nach wie vor völlig unklar. Eines aber steht nun fest: In Rheinland-Pfalz wird es definitiv nicht sein.
BGE: Überprüfung von Erdbebengebieten spielt in der Phase keine Rolle
Laut der Sprecherin der BGE stellen Erdbeben vor allem ein Risiko für oberirdische Bauwerke dar. Unter der Erde, so die Experten, verhalten sich Gesteinsschichten anders: Sie schwingen nicht in derselben Weise wie an der Oberfläche. Die BGE überwacht kontinuierlich seismische Aktivitäten und wertet diese aus, um mögliche Risiken für die Endlagersuche zu bewerten. Auch das Mini-Erdbeben bei Ehingen wurde registriert und analysiert.
Die aktuelle Phase der Endlagersuche umfasst die Prüfung zahlreicher Gebiete in Deutschland. Jedes Gebiet wird dabei auf seine geologischen Eigenschaften und Sicherheitskriterien hin untersucht. Allerdings spielt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Rolle, ob es in der Region auch Erdbeben geben kann, so eine Sprecherin des BGE. Es sei aber möglich, dass seismologische Aktivität in einer Region zu einer späteren Phase überprüft wird.