Auf dem Gelände der Landesgartenschau in Ellwangen beginnt der Countdown. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden verschärft, die Bauarbeiten liegen in den letzten Zügen, die Pflanzen warten unter weißen Planen auf ihren Auftritt. Es gibt noch viel zu tun bis zum 24. April, wenn der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) die dann hoffentlich fertige und blühende Gartenschau eröffnen wird.
Wintereinbruch macht Pflanzen zu schaffen
Geschäftsführer Stefan Powolny und Chef-Gärtnerin Melanie Hinderberger stehen im Matsch. Vor ihnen große, weiße Planen. Darunter: bunte Blumen. 40.000 insgesamt, geschützt vor dem kurzen, aber eisigen Wintereinbruch. Nicht alle Pflanzen haben die Kälte gut überstanden: "Da waren Bellis und Ranunkeln dabei, die haben einen Pflanzschock erlitten. Die werden wir vor der Eröffnung nochmal austauschen müssen", sagt Hinderberger.
Es gibt keine Gartenschau ohne Zitterpartie.
Überall wird noch gebaggert, gebaut und geschraubt. Die Spielplätze sind noch im Bau, die Schaugärten noch nicht fertig, die Container für Essensbuden und Toiletten fehlen ebenfalls. "Die großen Arbeiten sind ja abgeschlossen", sagt Stefan Powolny. "Der Jagstumbau ist schon lange fertig." Der große Spiel- und Aussichtsturm "Jagstblick" sei in den letzten Zügen und soll eine Woche vor Eröffnung abgenommen werden. "Das wird wirklich kurz vor knapp fertig. Aber es gibt keine Gartenschau ohne Zitterpartie."
Große Hilfe von über 1.000 Ehrenamtlichen
Möglich machen die Gartenschau auch die mehr als 1.000 Ehrenamtlichen. Sie übernehmen nicht nur während der Schau die Führungen, den Besucherempfang und kleinere Pflegearbeiten, sondern packen auch jetzt schon vor der Eröffnung kräftig mit an. Das sogenannte Geländeteam wird in den kommenden Tagen Papierkörbe, Bänke und Parkmöbel aufstellen, Sonnenschirme prüfen und kleinere Reparaturen machen.
"Das ist richtig toll, ohne die könnten wir das Ganze gar nicht leisten", sagt Chef-Gärtnerin Melanie Hinderberger. Aus der Bürgerschaft in Ellwangen komme eine enorme Hilfsbereitschaft. "Das ist wirklich überwältigend für uns."
Überwältigend sei auch das Interesse an den Dauerkarten, so Stefan Powolny. Mehr als 32.000 Stück wurden bereits verkauft. "Wir spüren die Ellwanger und die Region stehen voll hinter dieser Gartenschau", so Powolny. "Jeder ist neugierig und will dabei sein."
Neue Vorkehrungen: Videoüberwachung und Sicherheitsdienste
Einige scheinen es mit der Neugierde zu übertreiben, erzählt Powolny mit einem Nicken Richtung Bauzäune. Immer wieder spazieren Unbefugte über das gesperrte Gelände, verschaffen sich Zugang durch die Absperrungen, schauen bei den Bauarbeiten zu. Seit April wird das Gelände durch Videokameras und patrouillierende Sicherheitsdienste überwacht. "Wir hatten tatsächlich auch ein paar Schäden über Nacht. Ein Dixie-Klo wurde angezündet. Das wollen wir natürlich nicht."
Zugverkehr während der Landesgartenschau wird erweitert
Zum Start am 24. April wird der Regionale Zugverkehr ausgebaut. Wie das Landratsamt des Ostalbkreises mitteilt, werden in den Ferien sowie an Feiertagen und an den Wochenenden fünf Zugpaare über den regulären Endpunkt Aalen hinaus bis nach Ellwangen und Crailsheim verlängert. Damit wolle man den erwarteten Besucherströmen gerecht werden und eine umweltfreundliche Anreise ermöglichen, heißt es in der Mitteilung.
Es ruckelt sich in allen Bereichen zurecht, damit für die Eröffnung alles steht. Von April bis Oktober wird dann die Landesgartenschau Ellwangen rund um die Jagst stattfinden. Die große Frage bleibt: Was wird von dem 53 Millionen Euro schweren Projekt bleiben?
Stefan Powolny und Melanie Hinderberger stehen an der renaturierten Jagst am neuen Stadtstrand: "Das bleibt. Früher war die Jagst ein Kanal, jetzt ist sie ein lebendiger Fluss", sagt der Geschäftsführer. Gegenüber, in Richtung Innenstadt, ist der neue Brückenpark zu sehen, ein Skatepark mit Spielplatz und neuem Jugend- und Kulturzentrum.
Powolny zeigt auf die andere Seite Richtung Gartenschau-Eingang: "Früher war hier der Schießwasen, eine riesige Asphaltfläche." Heute ist die Fläche ein grüner Stadtpark. Es ist ein 26 Hektar großes Gelände rund um die Jagst entstanden, das ab dem 24. April als Landesgartenschau Ellwangen 2026 eröffnet wird. Dafür müssen nur noch die Bagger und die Matschwege verschwinden und das Wetter besser werden.