Fall in Neu-Ulm wird in sozialen Medien diskutiert

Mann soll versucht haben, Mädchen mit Katzenbabys in sein Auto zu locken

Ein Unbekannter soll laut Polizei versucht haben, zwei Mädchen in ein Auto zu locken - mit Katzenbabys. Für die Polizei seien solche Fälle "eine Gratwanderung".

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Von Autor/in Rainer Schlenz

Die Polizei sucht Zeugen eines Vorfalls in Neu-Ulm: Am Samstag soll ein unbekannter Täter zwei minderjährige Mädchen angesprochen und "zum Mitgehen" aufgefordert haben. Er soll vorgegeben haben, ihnen Katzenbabys in seinem Auto zeigen zu wollen. Ein ganz ähnlich gelagerter Fall war im vergangenen Dezember in Schretzheim im Kreis Dillingen angezeigt worden.

Neu-Ulm: Polizei sucht Passanten als Zeugen

Für die Polizei sind solche Vorfälle schwierig: Entsprechende Meldungen seien zweifelsohne beunruhigend. Man nehme den Fall ernst, heißt es vom zuständigen Polizeipräsidium Schwaben Süd/West. Auf der anderen Seite liege keine Straftat vor. "Für uns sind solche Fälle immer eine Gratwanderung", so Pressesprecher Alexander Heubuch.

Für uns sind solche Fälle immer eine Gratwanderung.

Dass die Polizei den Vorfall in Neu-Ulm nicht als Straftat betrachtet, begründet Alexander Heubuch so: Im aktuellen Fall gehe es um ein Ansprechen der Kinder. Dies allein sei kein Straftatbestand. Zudem sei keine körperliche Gewalt im Spiel gewesen.

Die beiden Mädchen in Neu-Ulm haben die Situation jedenfalls richtig erkannt, rannten weg und vertrauten sich laut Polizei einem Passanten an. Der Täter flüchtete daraufhin. Die Polizei Neu-Ulm hofft nun, dass sich der Passant als Zeuge meldet.

Der unbekannte Täter wird von der Polizei folgendermaßen beschrieben: "Älterer Mann mit dunklerer Haut". Dieser trug eine Cap mit rotem Logo, einen roten Pullover mit schwarzen Knöpfen, eine dunkelblaue Hose, dunkle Schuhe und eine Sonnenbrille.

Erhitzte Facebook-Kommentare

In den sozialen Medien wird der Vorfall in Neu-Ulm intensiv diskutiert. Eine Mutter drückt auf Facebook ihre Besorgnis aus - wie auch ihre Erleichterung, dass "nichts Schlimmeres" passiert sei. Gleichzeitig nutzte sie die Gelegenheit, um andere Eltern zu warnen und auf das Thema aufmerksam zu machen.

Problematisch seien jedoch die Kommentare unter dem Post, merkt Polizeisprecher Alexander Heubuch an. Auf Social Media würden Themen wie diese "eine Eigendynamik entwickeln".

Der Tonfall einiger Facebook-User - wohlgemerkt nicht der Mutter - liest sich in dem Fall so: "Nur eine kleine Warnung an DEN MANN", "Mir dürfte er nicht begegnen", "Gnade dem Mann Gott, dass ich ihn nicht gesehen habe", "Elende Schweine sind das" und: "Ekelhafter … ich hätte ihm die Babykätzchen woanders gezeigt".

Die Polizei setzt auf sensibleren Umgang: Das Wichtigste seien Gespräche mit den eigenen Kindern, um auf die Gefahr aufmerksam zu machen, sagt Heubuch. Geht es um Prävention, habe jeder Verantwortung - Eltern, Schulen, Vereine, Sozialarbeiter.

Verantwortung liege auch bei den Medien, ergänzt Heubuch. Schnell komme es zu Mutmaßungen und zugespitzten Titelzeilen. "Aber sind reißerische Überschriften zielführend?", fragt der Pressemann der Polizei.

Ähnlicher Fall mit Katzenbabys in Schretzheim

Ortswechsel: Einen ganz ähnlich gelagerten Fall gab es vergangenen Dezember in Schretzheim im Kreis Dillingen. Auch dort soll ein Unbekannter versucht haben, ein Mädchen unter dem Vorwand, Katzenbabys sehen zu können, in ein Auto zu locken.

Die damalige Täterbeschreibung in der "Donau Zeitung" weist erstaunliche Gemeinsamkeiten zum aktuellen Neu-Ulmer Fall auf. Auch in Schretzheim soll es sich um einen "dunkelhäutigen Mann" gehandelt haben, auch er trug "eine Cappy".

"Wir haben beide Fälle auf dem Schirm", so Heubuch. Die Sachbearbeiter in den Polizeipräsidien Schwaben Nord (Augsburg) und Schwaben Süd/West (Kempten) haben wegen der Ähnlichkeit einen Hinweis auf den jeweils anderen Fall erhalten.

Weiterhin werden Zeugen im aktuellen Fall in Neu-Ulm gesucht, so Alexander Heubuch. Man gehe jedem Hinweis nach.

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