Wenn es heftig regnet, steigt das Risiko

Schwörmontag in Ulm: Wie groß ist die Magen-Darm-Gefahr beim Nabada?

Das Nabada in Ulm hatte in den vergangenen Jahren für einige ein unangenehmes Nachspiel: Magen-Darm-Erkrankungen. Das könnte dieses Jahr wieder passieren. Eines sollten Nabader unbedingt vermeiden.

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Von Autor/in Jannik Volz

Schwörmontag ohne Nabada in der Donau? Für viele in Ulm kaum vorstellbar. Doch das Gesundheitsamt warnt: Die Wasserqualität des Flusses kann sich schnell ändern. Sollte es im Vorfeld des Nabada stark regnen, kann die Belastung von Krankheitserregern kurzfristig stark ansteigen.

Deswegen kann Starkregen beim Nabada zum Problem werden

Der Gewässerbiologe Joachim Fürst aus Biberach an der Riss erklärt, warum Starkregen zum Problem werden kann: "In der Region gibt es überwiegend Mischkanalisation". Regen-, Oberflächen- und Dachwasser werden gemeinsam mit Grau- und Schwarzwasser, also das aus den Haushalten, in großen Rohren zur Kläranlage geleitet.

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Wenn es Starkregen gebe, stoße die Kläranlage an ihre Grenzen. Das Wasser werde dann in Rückhaltebecken oder Stauraumkanäle umgeleitet. Eine Art Zwischenspeicher. Von dort sollen Drosselleitungen das gemischte Wasser wieder zur Kläranlage zurückführen.

Nabader auf der Donau in Ulm - Strakregen könnte dafür sorgen, dass vermehrt Keime ins Wasser kommen
Die aktuellen Witterungsverhältnisse könnten die Keimbelastung erhöhen. Deswegen sollten die Nabader versuchen, das Donauwasser nicht zu schlucken. picture alliance/dpa | Stefan Puchner

Wasser nicht schlucken: Donau unter Umständen mit Fäkalkeimen belastet

Allerdings reichen auch diese Kapazitäten bei starkem Niederschlag nicht mehr aus. "Das gemischte, ungereinigte Wasser kommt in die Vorflut", so der Diplom-Biologe. Vorflut meint Bäche, Flüsse - eben auch die Donau. Und dieses Wasser sei häufig mit Keimen belastet, erklärt Fürst. Dazu gehörten Fäkalkeime, Enterokokken und coliforme Keime.

"Wenn es dumm läuft und ich habe einen Starkregen, einen Abschlag und danach Leute, die ins Wasser gehen und das Zeug schlucken, dann gibt es eben die typischen Brechdurchfälle", sagt Fürst. Die aktuellen Witterungsverhältnisse könnten die Belastung zusätzlich erhöhen. Deswegen sollten Nabader das Donauwasser möglichst nicht schlucken.

Ein Bierkasten ist zur Kühlung beim Nabada in der Donau zwischen zwei Booten. Aus Flaschen trinken ist okay, nur wer das Donauwasser schluckt, riskiert eine Magen-Darm-Erkrankung.
Aus Flaschen trinken ist okay, nur wer das Donauwasser schluckt, riskiert eine Magen-Darm-Erkrankung. picture alliance/dpa | Stefan Puchner

Donau ist kein offizielles Badegewässer

Wie die Wasserqualität am Ulmer Stadtfeiertag tatsächlich sein wird, weiß niemand genau. Denn die Donau wird - anders als ausgewiesene Badestellen an Seen - nicht regelmäßig nach EU-Richtlinien untersucht. Das Gesundheitsamt betont, dass sich die Qualität "innerhalb kurzer Zeit und auch örtlich stark verändern" kann.

Von der Wasserbehörde der Stadt Ulm heißt es auf SWR-Anfrage: "Die Wasserqualität in der Donau wäre nach einem Starkregen-Ereignis deutlich schlechter als bei derzeitigem Niedrigstand." Sowohl das Gesundheitsamt als auch die Stadt Ulm teilen mit: Die Teilnahme am Nabada und Baden in der Donau erfolgt "auf eigene Gefahr".

Grundsätzlich könne Wasser in Fließgewässern Krankheitserreger enthalten. Gelangen diese etwa durch Verschlucken in den Körper, sind Magen-Darm-Erkrankungen möglich. Auch Augen-, Ohren-, Haut- oder Wundinfektionen werden vom Gesundheitsamt genannt.

Viele Erkrankungen nach dem Nabada 2024

Nach dem Nabada im Jahr 2024 wurden laut Gesundheitsamt "vermehrt Magen-Darm-Erkrankungen" registriert. Auch damals hatte es vorab viel geregnet. Unabhängig davon sei davon auszugehen, dass die Donau "mikrobiologischen Belastungen ausgesetzt sein kann".

Die Belastungen im Fluss können also ansteigen - auch wenn man das dem Fluss nicht anmerkt und der Wasserpegel der Donau niedrig bleiben wird. Denn Gewitter oder Starkregen haben keinen kurzfristigen Einfluss auf den Pegel. Dafür müsste es anhaltende Regenfälle geben, so Nabada-Organisationsleiter Marco Schwender.

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Jannik Volz
SWR-Aktuell Redakteur Jannik Volz

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