Zehn Länder zu Gast in Ulm und Neu-Ulm

"Ein Fest für Alle!" - Besucherrekord beim 14. Internationalen Donaufest

420.000 Menschen beim Donaufest in Ulm und Neu-Ulm, 25.000 Liter ausgeschenktes Bier, 2.000 verbrauchte Rollen Klopapier. Doch hinter den Rekordzahlen steckt viel mehr.

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Stand

Von Autor/in Hannah Schulze

420.000 Menschen kamen laut Veranstalter in den vergangenen zehn Tagen nach Ulm und Neu-Ulm, um mit den Gästen aus dem Donauraum zu feiern, zu schlemmen, zu tanzen und Freundschaften zu schließen. 420.000 Menschen, das ist ein Besucherrekord in der Donaufest-Geschichte. Außerdem sind 25.000 Liter Bier ausgeschenkt und 2.000 Rollen Klopapier verbraucht worden. Doch das zehntägige Fest an der Donau lässt sich nicht nur mit erfolgreichen Zahlen beschreiben.

Zehn Länder zu Gast in Ulm und Neu-Ulm

Donaufest ist die Zeit in Ulm und Neu-Ulm, wenn sich bereits um 11 Uhr der Geruch von Dorade, Baumstriezl und Cevapcici mischt. Die Stimmung ist ausgelassen und freundlich. Eine Besucherin beschreibt die Atmosphäre so: "So schön, die unterschiedlichen Stimmen und Sprachen auf einmal zu hören."

So schön, die unterschiedlichen Stimmen und Sprachen auf einmal zu hören.

Donaufest ist, wenn das ukrainische Trio Elba nach einem Song über ihr Land mit den Tränen kämpft, und dann aber seinem Publikum vor der Neu-Ulmer Bühne so richtig einheizt. Es ist, wenn sich kurz vor Marktschluss eine Traube um den slowakischen Stand von Silvia bildet, weil irgendein Gast spontan das Akkordeon oder die Geige auspackt. Donaufest ist, wenn Menschen aus zehn Ländern für zehn Tage auf erstaunlich unkomplizierte Art und Weise in Ulm und Neu-Ulm eine Heimat finden.

Der ungarische Stand auf dem Donaufest in Ulm ist bekannt für seinen Hahnhodengulasch.
Marktbeschicker aus allen zehn Donauländern waren zehn Tage zu Gast beim Donaufest in Ulm und Neu-Ulm. Hannah Schulze

Viele Menschen, gutes Wetter, zufriedene Veranstalter

"Das Donaufest ist ein europäisches Friedensfest", sagt der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz bei seiner Eröffnungsrede am 3. Juli. Und zehn Tage später bekräftigt Sebastian Rihm zufrieden: "Die Menschen sind glücklich, zufrieden und freundlich zueinander. (...) Die Begegnung ist der Kern des Ganzen". Der Leiter des Donaubüros ist rundum zufrieden mit dem diesjährigen Fest. Man habe sogar die Besucherzahl von vor zwei Jahren geknackt - damals besuchten schätzungsweise 380.000 Menschen die Doppelstadt.

Die Sonne strahlt zehn Tage lang - bis auf eine kleine Ausnahme am Sonntagabend - mit ganzer Kraft. Für die kommenden Jahre werde man definitiv ein Hitzekonzept ausarbeiten müssen, resultieren die Veranstalter. "Stichwort mehr Beschattung, Schirme, Kühltunnel, aber auch: Welche Kosten bringt das noch so mit sich?", denkt Donaubüro-Leiter Sebastian Rihm laut.

Durch die Hitze füllte sich der Markt der Donauländer meist erst gegen späten Nachmittag. Dennoch sind auch die Händler zufrieden mit dem Zuspruch. "Es gab keinen schwachen Tag", sagt Marktleiterin Frauke Kazda.

Blick auf Marktstände. Neben Doraden, Baumstriezel und Hahnhodengulasch gab es auch ein großes Angebot an Kunsthandwerk aus den Donauländern.
Neben Doraden, Baumstriezel und Hahnhodengulasch gab es auch ein großes Angebot an Kunsthandwerk aus den Donauländern. Hannah Schulze

Auch die Einsatzkräfte haben nichts Schlimmeres zu vermelden: Die Wasserwacht der DLRG Ortsgruppe Ulm hatte entspannte Tage und blickt zufrieden auf das Fest. Auch ASB und Polizei haben keine größeren Einsätze zu vermelden - mal einen Kreislaufkollaps aufgrund der Hitze hier, ein Betrunkener am Abend da. Das wars.

Nur Bares ist Wahres?

Vereinzelt kam die Kritik, dass es nicht an allen Ständen Kartenzahlung gebe. "Wir diktieren den Händlern nichts", sagte Marktleiterin Frauke Kazda dem SWR. "Wir wissen, es ist ein Trend und sensibilisieren - und für 2028 müssen wir vielleicht mal schauen." Zudem seien die meisten Menschen einfach mit Bargeld wiedergekommen, erzählt Kazda aus den Gesprächen mit den Händlern.

Die Dorade am kroatischen Stand war eines der kulinarischen Highlights des Donaufestes in Ulm und Neu-Ulm.
Frisch gegrillte Dorade - nur eines unzähliger kulinarischer Highlights beim 14. Internationalen Donaufest in Ulm und Neu-Ulm. Hannah Schulze Bild in Detailansicht öffnen
Rund 90 Essens- und Kunsthandwerksstände aus allen zehn Donauländern gab es an beiden Ufern des Flusses beim Donaufest zu entdecken.
Rund 90 Essens- und Kunsthandwerksstände aus allen zehn Donauländern gab es an beiden Ufern der Donau zu entdecken. Hannah Schulze Bild in Detailansicht öffnen
Wem der Weg zu Fuß zu weit war, hatte beim Donaufest 2026 die Möglichkeit mit der Zille das Ufer zu wechseln.
Wem der Weg zu Fuß zu weit war, hatte die Möglichkeit mit der Zille das Ufer zu wechseln - täglich transportieren die Fahrerinnen und Fahrer hunderte Menschen zwischen Ulm und Neu-Ulm hin und her. Lediglich aufgrund von Personalmangels fingen die Fahrten an manchen Tagen etwas später an. Hannah Schulze Bild in Detailansicht öffnen
Der SWR auf dem Medienboot beim 14. Internationalen Donaufest in Ulm und Neu-Ulm.
Auch der SWR war täglich auf dem Donaufest vertreten - auf dem Medienboot traten u.a. die Oberbürgermeister von Ulm und Neu-Ulm, Martin Ansbacher (SPD) und Katrin Albsteiger (CSU), in einem spaßigen Duell gegeneinander an. Hannah Schulze Bild in Detailansicht öffnen
Der SWR auf dem Medienboot beim 14. Internationalen Donaufest in Ulm und Neu-Ulm.
Jeden Tag gab es Live-Musik, spannende Gästen zu den unterschiedlichsten Themen - von Donauliteratur über Donauwetter bis hin zu Donaureisen, wie hier mit Danube Guide Jörg Zenker. Hannah Schulze Bild in Detailansicht öffnen
Der SWR auf dem Medienboot beim 14. Internationalen Donaufest in Ulm und Neu-Ulm - hier mit Live-Musik von den Hawaras aus Ulm
Auch Musik aus allen zehn Donauländern durfte beim 14. Internationalen Donaufest nicht fehlen - Die Hawaras aus Wien waren als Walking Acts auf dem Gelände unterwegs, hier zu Gast beim Medienboot und zusätzlich noch Samstagabends auf dem Weindorf. Hannah Schulze Bild in Detailansicht öffnen
Der SWR auf dem Medienboot beim 14. Internationalen Donaufest in Ulm und Neu-Ulm.
Echtes Handwerk ist fester Bestandteil des Donaufests in Ulm und Neu-Ulm: Geflochtene Hüte, Keramikgeschirr oder wie hier, gewobene Schals und Kleider. Hannah Schulze Bild in Detailansicht öffnen
Der Markt der Donauländer des 14. Internationalen Donaufests am Abend.
Abendstimmung auf dem Markt der Donauländer - aufgrund der Hitze füllten sich meist erst am späten Nachmittag die Ufer. Und dann aber so richtig: An einigen Abenden gab es kaum ein Durchkommen durch die Menschenmassen. Hannah Schulze Bild in Detailansicht öffnen
Mehr als 600 Donaufest-Fahnen umsäumten auch in diesem Jahr das Donaufest 2025 in Ulm und Neu-Ulm.
Auch 2026 umsäumten mehr als 600 Fahnen das Donaufest in Ulm und Neu-Ulm. In diesem Jahr im Streetart-Style, gesprayed von einem ungarischen Künstlerkollektiv und besonders heiß begehrt. Wer eine erwerben will: Am 16. und 17. Juli sind die Fahnen in der Ulmer Messehalle käuflich zu erwerben. Hannah Schulze Bild in Detailansicht öffnen

Donaujugendcamp mit 80 Jugendlichen aus 13 Ländern

Auch wenn sich das Donaufest für viele vor allem an den Flussufern abspielte, es gab auch zahlreiche weitere Orte mit Kulturveranstaltungen, Wirtschaftstreffen und politischen Diskussionen.

Und das Donaujugendcamp, bei dem rund 80 Jugendliche aus 13 Ländern zusammen gekommen sind und ein Theaterstück aufgeführt haben. Das Motto: "Und einend zwischen uns die Donau".

Das Donaujugendcamp beim 14. Internationalen Donaufest in Ulm und Neu-Ulm.
Proben für das Abschluss-Theaterstück: Mehr als 80 Jugendliche aus 13 Ländern haben sich im Rahmen des Donaufests zusammengefunden. Das Motto in diesem Jahr: "Und einend zwischen uns die Donau". Hannah Schulze

Viele intensive Tage liegen hinter den Veranstaltern und Händlern. "Ich verstehe natürlich jeden, der jetzt wehmütig ist", sagt Sebastian Rihm und freut sich auf eine kleine Pause nach diesem Großprojekt. "Aber wir freuen uns auch schon wieder auf das Fest in zwei Jahren", ergänzt Marktleiterin Frauke Kazda.

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