420.000 Menschen kamen laut Veranstalter in den vergangenen zehn Tagen nach Ulm und Neu-Ulm, um mit den Gästen aus dem Donauraum zu feiern, zu schlemmen, zu tanzen und Freundschaften zu schließen. 420.000 Menschen, das ist ein Besucherrekord in der Donaufest-Geschichte. Außerdem sind 25.000 Liter Bier ausgeschenkt und 2.000 Rollen Klopapier verbraucht worden. Doch das zehntägige Fest an der Donau lässt sich nicht nur mit erfolgreichen Zahlen beschreiben.
Zehn Länder zu Gast in Ulm und Neu-Ulm
Donaufest ist die Zeit in Ulm und Neu-Ulm, wenn sich bereits um 11 Uhr der Geruch von Dorade, Baumstriezl und Cevapcici mischt. Die Stimmung ist ausgelassen und freundlich. Eine Besucherin beschreibt die Atmosphäre so: "So schön, die unterschiedlichen Stimmen und Sprachen auf einmal zu hören."
So schön, die unterschiedlichen Stimmen und Sprachen auf einmal zu hören.
Donaufest ist, wenn das ukrainische Trio Elba nach einem Song über ihr Land mit den Tränen kämpft, und dann aber seinem Publikum vor der Neu-Ulmer Bühne so richtig einheizt. Es ist, wenn sich kurz vor Marktschluss eine Traube um den slowakischen Stand von Silvia bildet, weil irgendein Gast spontan das Akkordeon oder die Geige auspackt. Donaufest ist, wenn Menschen aus zehn Ländern für zehn Tage auf erstaunlich unkomplizierte Art und Weise in Ulm und Neu-Ulm eine Heimat finden.
Viele Menschen, gutes Wetter, zufriedene Veranstalter
"Das Donaufest ist ein europäisches Friedensfest", sagt der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz bei seiner Eröffnungsrede am 3. Juli. Und zehn Tage später bekräftigt Sebastian Rihm zufrieden: "Die Menschen sind glücklich, zufrieden und freundlich zueinander. (...) Die Begegnung ist der Kern des Ganzen". Der Leiter des Donaubüros ist rundum zufrieden mit dem diesjährigen Fest. Man habe sogar die Besucherzahl von vor zwei Jahren geknackt - damals besuchten schätzungsweise 380.000 Menschen die Doppelstadt.
Die Sonne strahlt zehn Tage lang - bis auf eine kleine Ausnahme am Sonntagabend - mit ganzer Kraft. Für die kommenden Jahre werde man definitiv ein Hitzekonzept ausarbeiten müssen, resultieren die Veranstalter. "Stichwort mehr Beschattung, Schirme, Kühltunnel, aber auch: Welche Kosten bringt das noch so mit sich?", denkt Donaubüro-Leiter Sebastian Rihm laut.
Durch die Hitze füllte sich der Markt der Donauländer meist erst gegen späten Nachmittag. Dennoch sind auch die Händler zufrieden mit dem Zuspruch. "Es gab keinen schwachen Tag", sagt Marktleiterin Frauke Kazda.
Auch die Einsatzkräfte haben nichts Schlimmeres zu vermelden: Die Wasserwacht der DLRG Ortsgruppe Ulm hatte entspannte Tage und blickt zufrieden auf das Fest. Auch ASB und Polizei haben keine größeren Einsätze zu vermelden - mal einen Kreislaufkollaps aufgrund der Hitze hier, ein Betrunkener am Abend da. Das wars.
Nur Bares ist Wahres?
Vereinzelt kam die Kritik, dass es nicht an allen Ständen Kartenzahlung gebe. "Wir diktieren den Händlern nichts", sagte Marktleiterin Frauke Kazda dem SWR. "Wir wissen, es ist ein Trend und sensibilisieren - und für 2028 müssen wir vielleicht mal schauen." Zudem seien die meisten Menschen einfach mit Bargeld wiedergekommen, erzählt Kazda aus den Gesprächen mit den Händlern.
Donaujugendcamp mit 80 Jugendlichen aus 13 Ländern
Auch wenn sich das Donaufest für viele vor allem an den Flussufern abspielte, es gab auch zahlreiche weitere Orte mit Kulturveranstaltungen, Wirtschaftstreffen und politischen Diskussionen.
Und das Donaujugendcamp, bei dem rund 80 Jugendliche aus 13 Ländern zusammen gekommen sind und ein Theaterstück aufgeführt haben. Das Motto: "Und einend zwischen uns die Donau".
Viele intensive Tage liegen hinter den Veranstaltern und Händlern. "Ich verstehe natürlich jeden, der jetzt wehmütig ist", sagt Sebastian Rihm und freut sich auf eine kleine Pause nach diesem Großprojekt. "Aber wir freuen uns auch schon wieder auf das Fest in zwei Jahren", ergänzt Marktleiterin Frauke Kazda.