Callcenter in Ankara

Taxizentrale Schwäbisch Gmünd: Anrufe landen in der Türkei

Wer sich in Schwäbisch Gmünd ein Taxi ruft, wird seit kurzem nach Ankara vermittelt. Beschäftigte in einem Callcenter schicken dann das Gmünder Taxi. Funktioniert die Auslagerung?

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Von Autor/in Monika Götz

Die Gmünder Taxizentrale hat ihre Vermittlung seit Anfang November in ein Callcenter in Ankara ausgelagert. Das ist jetzt bei einer Sitzung des Gemeinderates bekannt geworden, wie zunächst die "Gmünder Tagespost" berichtete hatte.

Viele große Firmen hätten inzwischen Callcenter im Ausland, die Gmünder Taxizentrale mit ihren 28 Fahrzeugen "ist Pionier unter den Kleinen", sagte Geschäftsführer Hermann Brenner dem SWR. Der Kunde rufe wie gewohnt die Nummer mit der Gmünder Vorwahl an, zahle den Ortstarif und spreche mit freundlichen Beschäftigten, die einwandfrei deutsch könnten.

Auslagerung in die Türkei wegen Personalmangels

Für den Telefonjob rund um die Uhr, zum Mindestlohn, hat sich laut Brenner in Schwäbisch Gmünd kaum mehr Personal gefunden. Der Softwareanbieter für Taxi-Vermittlungssysteme habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass es spezialisierte Callcenter in der Türkei gebe. Der Partner in Ankara "hat früher 40 Taxen in Berlin betrieben." Taxizentralen in Großstädten wie Berlin, Köln oder Düsseldorf hätten ihre Vermittlung längst ausgelagert. Die Auslagerung habe in Gmünd keinen Job gekostet, sagt Brenner.

Kritik an Taxizentrale im Schwäbisch Gmünder Gemeinderat

Im Gemeinderat hat es in der jüngsten Sitzung Kritik gegeben, dass Taxis in Gmünd immer wieder unpünktlich seien. Brenner weist zurück, dass es mit der Auslagerung zusammenhängt. Das sei vorher auch schon passiert: In Stoßzeiten, in denen die Taxis ausgelastet seien. Bei der Gmünder Stadtverwaltung ist bisher auch noch kaum Kritik angekommen. Im Gegenteil: Es funktioniere gut und Bürger würden berichten, dass das Callcenter sehr professionell arbeite, so ein Stadtsprecher.

Dass es manchmal noch Probleme beim Verstehen geben könne, wenn die Kunden zum Beispiel sehr schwäbisch reden oder besondere Orte nennen, räumt Brenner ein. Das seien übliche Anlaufschwierigkeiten und werde sich bald legen.

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Monika Götz
SWR Aktuell-Autorin Monika Götz