Rasen wird abgetragen

Donaustadion wegen möglicher Weltkriegsbombe gesperrt

Noch ist unklar, ob tatsächlich Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg unter dem Rasen des Ulmer Donaustadions liegen. Bis Freitag werden verdächtige Stellen auf dem Gelände untersucht.

Teilen

Stand

Von Autor/in Torsten Blümke

Das Donaustadion ist gesperrt: eine Woche lang für den Schul- und Vereinssport. Die Fußballer des SSV Ulm 1846 sind ohnehin in der Sommerpause. Das Stadion wird vor dem Umbau auf mögliche Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht. Erste vorbereitende Arbeiten begannen am Montag.

15 verdächtige Stellen im Donaustadion

Wie ein Sprecher der Stadt Ulm dem SWR sagte, wurden 15 verdächtige Stellen ausgemacht. Das ergaben erste Sondierungen und die Auswertung von Luftbildern und Bombenabwurflisten der Alliierten. Doch: Bei den verdächtigen Stellen müsse es sich nicht unbedingt um Kampfmittel im Erdboden handeln. Es könnten auch alte Metallwannen oder ein altes Treppengeländer sein.

Hinter dem Zaun und beschützt von Security haben Arbeiter begonnen, die Blindgängersuche im Donaustadion vorzubereiten. Das Stadion ist eine Woche gesperrt.
Zutritt verboten: Hinter dem Zaun und abgeschirmt von Security haben Arbeiter begonnen, die Blindgängersuche im Donaustadion vorzubereiten.

Mitarbeiter legen Untersuchungsfelder frei

Rund 20 Mitarbeiter verschiedener Gewerke sind derzeit geschützt hinter dem Zaun und abgeschirmt von Security damit beschäftigt, die Stellen freizulegen und Baufelder vorzubereiten. Das heißt, auf dem Spielfeld werden unter anderem Rasenflächen flach abgehoben. Dafür müssen auch Teile der erst 2024 frisch eingebauten Rasenheizung herausgenommen werden. Sie wieder zu reparieren, sei jedoch kein Problem, heißt es. Verdächtige Stellen gibt aber auch auf der Tartanbahn und auf dem Kunstrasenplatz.

So lag die Rasenheizung in Donaustadion in Ulm beim Einbau offen da. Nun wird für die Suche nach möglichen Weltkriegsbomben erneut ein Teil des Rasens abgetragen. (Archiv)
So lag die Rasenheizung in Donaustadion in Ulm beim Einbau offen da. Nun werden erneut Teile des Rasens abgetragen werden. Der Untergrund wird auf mögliche Weltkriegsbomben untersucht. (Archiv) Michael Binder

Sprengstoffexperten überprüfen die Stellen mit möglichen Weltkriegsbomben

Ab Mittwoch, 17. Juni, soll dann eine Spezialfirma die Stellen mit einem Bagger öffnen. Sie prüft, ob es sich tatsächlich um Blindgänger handelt und ob eine Entschärfung nötig ist. Spätestens am Freitag soll das Ergebnis der Untersuchung vorliegen. Die Entschärfung würden Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Baden-Württemberg übernehmen.

Mögliche Evakuierung ist für Sonntag, 21. Juni, geplant

Nicht für jede Entschärfung sei eine Evakuierung nötig, so die Stadt Ulm. Falls jedoch eine großflächige Räumung im Umkreis von 500 Metern nötig wäre, soll das am Sonntag, den 21. Juni, geschehen.

Betroffen wären nicht nur Wohngebäude in der Nähe des Stadions, sondern auch die Bethesda-Klinik. Wie die Leiterin des Ulmer Ordnungsamtes, Kathrin von Freyberg, dem SWR sagte, würden Patienten in diesem Fall kurzfristig im Bundeswehrkrankenhaus und in der Universitätsklinik versorgt.

Auch das Gefängnis in der Thalfinger Straße in Ulm muss notfalls bei einer möglichen Bombenentschärfung geräumt werden.
Auch das Gefängnis in der Thalfinger Straße in Ulm muss notfalls bei einer möglichen Bombenentschärfung geräumt werden.

Gefangene werden notfalls in andere Haftanstalten verlegt

Auch das Gefängnis in der Thalfinger Straße müsste evakuiert werden. Die Insassen der Ulmer JVA würden in diesem Fall in andere Haftanstalten gebracht werden, wie JVA-Leiterin Jennifer-Catrin Rietlscher dem SWR sagte. Dies würde durch Gefangenentransportbusse geschehen.

In der Donauhalle wird für betroffene Anwohner eine Notunterkunft eingerichtet. Bis 8 Uhr sollten Anwohner ihre Wohnungen verlassen, so der Plan. Auch der Straßenbahnverkehr auf der Linie 1 würde vorübergehend eingestellt. Ob tatsächlich eine Bombenentschärfung und Evakuierung nötig ist, soll am Freitag feststehen.

Ulm

Heimat von Breitensport und Profifußball Jubiläum in Ulm: Das Donaustadion wird 100 Jahre alt

Es ist ein Ort großer Emotionen am Rand der Ulmer Friedrichsau: das Donaustadion mit seinen altehrwürdigen Tribünen. Erinnerungen zum Jubiläum der Sportstätte.

Ulm

Kein Umbau zur Fußballarena Ulmer Donaustadion wird für 30 Millionen Euro modernisiert

Das Ulmer Donaustadion soll für 30 Millionen Euro saniert werden. Das schlägt eine von der Stadt Ulm eingesetzte Arbeitsgruppe vor. Der Gemeinderat muss noch zustimmen.

Ulm

Monatelanger Streit beigelegt Einigung über Umbau: Laufbahn im Ulmer Donaustadion bleibt

Das Ulmer Donaustadion wird nicht zu einer reinen Fußballarena ausgebaut. Das empfiehlt, nach Informationen des SWR, eine von der Stadt zusammengestellte Arbeitsgruppe.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Torsten Blümke
Torsten Blümke

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!