Das Donaustadion ist gesperrt: eine Woche lang für den Schul- und Vereinssport. Die Fußballer des SSV Ulm 1846 sind ohnehin in der Sommerpause. Das Stadion wird vor dem Umbau auf mögliche Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht. Erste vorbereitende Arbeiten begannen am Montag.
15 verdächtige Stellen im Donaustadion
Wie ein Sprecher der Stadt Ulm dem SWR sagte, wurden 15 verdächtige Stellen ausgemacht. Das ergaben erste Sondierungen und die Auswertung von Luftbildern und Bombenabwurflisten der Alliierten. Doch: Bei den verdächtigen Stellen müsse es sich nicht unbedingt um Kampfmittel im Erdboden handeln. Es könnten auch alte Metallwannen oder ein altes Treppengeländer sein.
Mitarbeiter legen Untersuchungsfelder frei
Rund 20 Mitarbeiter verschiedener Gewerke sind derzeit geschützt hinter dem Zaun und abgeschirmt von Security damit beschäftigt, die Stellen freizulegen und Baufelder vorzubereiten. Das heißt, auf dem Spielfeld werden unter anderem Rasenflächen flach abgehoben. Dafür müssen auch Teile der erst 2024 frisch eingebauten Rasenheizung herausgenommen werden. Sie wieder zu reparieren, sei jedoch kein Problem, heißt es. Verdächtige Stellen gibt aber auch auf der Tartanbahn und auf dem Kunstrasenplatz.
Sprengstoffexperten überprüfen die Stellen mit möglichen Weltkriegsbomben
Ab Mittwoch, 17. Juni, soll dann eine Spezialfirma die Stellen mit einem Bagger öffnen. Sie prüft, ob es sich tatsächlich um Blindgänger handelt und ob eine Entschärfung nötig ist. Spätestens am Freitag soll das Ergebnis der Untersuchung vorliegen. Die Entschärfung würden Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Baden-Württemberg übernehmen.
Mögliche Evakuierung ist für Sonntag, 21. Juni, geplant
Nicht für jede Entschärfung sei eine Evakuierung nötig, so die Stadt Ulm. Falls jedoch eine großflächige Räumung im Umkreis von 500 Metern nötig wäre, soll das am Sonntag, den 21. Juni, geschehen.
Betroffen wären nicht nur Wohngebäude in der Nähe des Stadions, sondern auch die Bethesda-Klinik. Wie die Leiterin des Ulmer Ordnungsamtes, Kathrin von Freyberg, dem SWR sagte, würden Patienten in diesem Fall kurzfristig im Bundeswehrkrankenhaus und in der Universitätsklinik versorgt.
Gefangene werden notfalls in andere Haftanstalten verlegt
Auch das Gefängnis in der Thalfinger Straße müsste evakuiert werden. Die Insassen der Ulmer JVA würden in diesem Fall in andere Haftanstalten gebracht werden, wie JVA-Leiterin Jennifer-Catrin Rietlscher dem SWR sagte. Dies würde durch Gefangenentransportbusse geschehen.
In der Donauhalle wird für betroffene Anwohner eine Notunterkunft eingerichtet. Bis 8 Uhr sollten Anwohner ihre Wohnungen verlassen, so der Plan. Auch der Straßenbahnverkehr auf der Linie 1 würde vorübergehend eingestellt. Ob tatsächlich eine Bombenentschärfung und Evakuierung nötig ist, soll am Freitag feststehen.