Das Ausflugsschiff Ulmer Spatz hatte zuletzt im August 2023 Wasser unterm Kiel. Dann wurde wegen Brückenbauarbeiten an der Gänstorbrücke in Ulm der Donaupegel abgesenkt und das Schiff vorübergehend außer Dienst gestellt. Jetzt, zweieinhalb Jahre später, ist der Pegel wieder hoch genug und das alte Ausflugsschiff fährt wieder.
Die Tour des Ulmer Spatz führt die Donau hinab zum Kraftwerk Böfinger Halde und dann zurück in Richtung Metzgerturm mit Ausblick auf das Ulmer Fischerviertel und die Neu-Ulmer Innenstadt. Die Fahrt endet am Ausgangspunkt, an der Anlegestelle im Stadtpark Friedrichsau.
Das Ausflugsschiff Ulmer Spatz ist ein Inklusionsprojekt
Betrieben wird der Ulmer Spatz von der Lebenshilfe Donau-Iller. Das Ausflugsschiff ist ein Inklusionsprojekt: Menschen mit und ohne Handicap arbeiten an Bord zusammen: "Ein Ort der Begegnung", sagt Kapitän Gerd Kneer. Er arbeitet eigentlich bei der Lebenshilfe als Jobcoach. Für den Ulmer Spatz hat er extra zwei Schifffahrt-Patente gemacht: Das Bodenseeschifffahrtpatent und ein Patent für die sieben Kilometer auf der Donau. Letzteres sei einzigartig in Deutschland, sagt Kneer.
Viel ehrenamtliche Arbeit fließt in den Betrieb. Das Projekt sei niemals wirtschaftlich zu betreiben, sagt Sonja Rupprecht von der Lebenshilfe. "Es ist ein Minusgeschäft, aber wir sehen es als Beitrag zur Inklusion". Wobei: Die Stadt Ulm bezuschusst den Betrieb des Schiffs zwar nicht. Aber wegen der verschärften Situation durch die Brückenbaustelle gibt es in diesem Jahr doch eine finanzielle Förderung. Das sagt Ulms Baubürgermeister Tim von Winning. "Es ist ein wichtiges Projekt für die Stadt und die Touristen".
"Der Ulmer Spatz ist ein wichtiges Projekt für die Stadt und für die Touristen
Auf das Schiff aus den 1930er Jahren passen 32 Passagiere und zwei Rollstühle. Für die gibt es extra eine Rampe. Die Crew besteht aus Kapitän, Steuermann oder Steuerfrau und drei Matrosen. Kinder dürfen auch mal selber ans Steuerrad, während der Fahrt.
An Freitagen, Wochenenden und Feiertagen legt der Ulmer Spatz fünf Mal täglich vom Steg in der Ulmer Friedrichsau ab. Für einen Stop an der Anlegestelle Metzgerturm ist die Donau derzeit noch zu niedrig. Das heißt: Ein Ein- und Ausstieg ist nur am Anleger Friedrichsau möglich. Eine Tour dauert etwa eine Stunde. Die Saison geht bis zum 31. August.