Ungefährlich, aber unangenehm

Hautausschlag: Landratsamt warnt vor Saugwürmern in Pfuhler Badesee

Jucken und rote Flecken auf der Haut: Mehrere Badegäste haben nach dem Besuch des beliebten Pfuhler Badesees in Neu-Ulm über Beschwerden geklagt. Jetzt reagiert das Landratsamt.

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Von Autor/in Sabine Bauer, Volker Wüst

Im Pfuhler Badesee bei Neu-Ulm treten derzeit vermehrt Larven von Saugwürmern auf. Dadurch kann es laut Landratsamt zu Hautreizungen kommen.

Hautjucken und kleine rote Flecken, bei erneutem Kontakt ein juckender, unangenehmer Hautausschlag - so können empfindliche Menschen auf Zerkarien reagieren. Zerkarien sind die Larven bestimmter Saugwürmer, die im Wasser vorkommen. Sieben Badegäste hatten solche Symptome und sie haben sich deshalb innerhalb einer Woche beim Landratsamt gemeldet.

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Wasservögel und Wasserschnecken können Zerkarien weiter verbreiten. Meist ist der Kot von Wasservögeln die Ursache für Zerkarien im Wasser. Mit einer Beeinträchtigung für Badende sei möglicherweise die ganze Saison zu rechnen, schreibt das Landratsamt.

Wie reagiert der Körper auf die Larven?

Die Larven dringen in die Haut der Badenden ein, so das Gesundheitsministerium Baden-Württemberg. Der Körper versucht daraufhin, diese abzuwehren. Dadurch entsteht die die sogenannte Zerkarien- oder Badedermatitis. Sie führt schließlich dazu, dass die Larven abgetötet werden.

Welche Symptome durch Zerkarien treten noch auf?

Der Juckreiz kann unangenehm werden. Beginnen kann er schon wenige Minuten, nachdem die Zerkarien in den Körper eingedrungen sind. Im schlimmsten Fall kann es drei Tage dauern, bis das Jucken wieder nachlässt. Außerdem können sich einige Stunden nach dem Befall Knötchen auf der Haut bilden. Diese können einen Durchmesser von bis zu zwei Zentimetern haben und bis zu einem halben Zentimeter hoch sein. Die gute Nachricht: Die Zerkariendermatitis ist laut Gesundheitsministerium harmlos und heilt ab, ohne Spuren zu hinterlassen. Behandelt werde der Ausschlag durch juckreiz- und antzündungshemmende Mittel, teilte das Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit.

Wie kann man sich schützen?

Einen hundertprozentigen und wissenschaftlich belegten Schutz gibt es nicht, so das Ministerium. Es empfiehlt, Seen mit vielen Wasservögeln in den Monaten Juli und August zu meiden. Wer dort doch badet, sollte sich nicht lange im flachen Wasser oder in Schilfzonen aufhalten. Außerdem kann wasserabweisende Sonnencreme auch den Zerkarien erschweren, in die Haut einzudringen. Nach dem Baden sollte man die Badekleidung wechseln und sich gut abtrocknen.

Zerkarien stehen laut Gesundheitsministerium übrigens nicht für eine schlechte Wasserqualität von Badeseen. Sie sind ein natürliches Phänomen.

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Sabine Bauer
Sabine Bauer
Volker Wüst
SWR Aktuell Autor Volker Wüst