In Ulm soll in den kommenden zwei Jahren die "Tankstelle der Zukunft" gebaut werden. An ihr sollen Lkw, Busse und Autos sowohl fossilen Treibstoff als auch Strom und Wasserstoff tanken können.
Sprit, Strom und Wasserstoff für alle
Die Tankstelle sei deutschlandweit einzigartig, so Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher bei einem Pressegespräch am Dienstag. Demnach gibt es zwar Tankstellen mit Sprit und Strom und auch Wasserstofftankstellen, aber alle Energieträger auch für Fahrzeuge wie Lkw und Busse an einem Ort, das sei neu. Er hofft, dass dieses Ulmer Projekt Schule macht und Nachahmer findet.
Tankstelle, Autowäsche, Shop, Gastronomie
Geplant sind 24 überdachte E-Ladesäulen mit je zwei Steckern für Autos, vier Ladesäulen für acht Lkw, außerdem zwei Wasserstofftankstellen für Busse, Lkw, Lieferwagen und Autos. Daneben gibt es auch die üblichen Zapfsäulen für Benzin und Diesel. Einer der Bauherren, Bernhard Golsner, bezeichnet die Tankstelle als "Vollsortiment": "Wir wollen hier ein Vollsortiment: alle Energieträger an einem Standort."
Neben der "Tankstelle der Zukunft", so der geplante Name, soll es weitere Angebote geben. Ein amerikanisches Schnellrestaurant, eine Auto-Waschanlage, Toiletten, ein Imbiss auch mit regionalen Produkten.
Günzburger Unternehmen baut im Ulmer Norden
Für die Umsetzung auf dem rund 20.000 Quadratmeter großen Grundstück im Industriegebiet an der A8-Anschlussstelle Ulm Nord hatten sich vier Interessenten beworben. Durchgesetzt hat sich das Das Günzburger Bauunternehmen Golsner und Lutzenberger mit seinem Konzept.
Die beiden Gesellschafter Bernhard Golsner und Elmar Lutzenberger treten als Bauherren und Betreiber auf. Sie haben schon viele Tankstellenprojekte umgesetzt und sind vom Standort überzeugt. Mit der Industrie im Rücken und der A8 als Hauptverkehrsachse im Süden und der ebenfalls wichtigen B10 rechnen sie mit einer guten Nutzung. "Wenn es hier nicht klappt, dann nirgends", so Gesellschafter Xaver Lutzenberger.
Ökologie, Nachhaltigkeit und inhaltliche Qualitäten - diese Punkte waren der Stadt bei der Grundstücksvergabe wichtiger als der Preis. So soll unter anderem grüner Wasserstoff geliefert werden.
In der Umgebung soll beispielsweise in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Ulm/Neu-Um eine Photovoltaik-Anlage entstehen. Über diese soll grüner Wasserstoff für die Tankstelle hergestellt werden. Aber das ist noch Zukunftsmusik.
Idee zur "Tankstelle der Zukunft" aus Ulmer Industrie
Begonnen hatten die Planungen 2022. Die Idee zur "Tankstelle der Zukunft" kam aus Ulm selbst. Betriebe im Industriegebiet Ulmer Norden sahen einen Bedarf für eine solche Tankstelle. Dort, in der Straße Himmelweiler, wird sie nun auch gebaut. Im Ulmer Norden sind Unternehmen wie die Seifert Logistics Group, Liqui Moly, Müller und die Deutsche Bahn angesiedelt.
Bis die Tankstelle fertig ist, braucht es noch etwas Geduld. Einen genauen Baustart können die beiden Gesellschafter bislang nicht nennen. Sie müssen Bauanträge stellen und Genehmigungen einholen. Wenn alles klappt, ist in einem Jahr Spatenstich, in zwei Jahren soll die Tankstelle fertig sein. Sie rechnen mit Investitionen von mehr als 20 Millionen Euro.