Die Gewerkschaft ver.di und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) haben die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder erneut zu Warnstreiks aufgerufen. Am Dienstag fanden in Tübingen, Karlsruhe und Heidelberg Kundgebungen statt. Am Montag lagen die Schwerpunkte der Streiks in Baden-Württemberg in Stuttgart und in Heilbronn. Nach Angaben von ver.di zog es am Dienstag rund 1.900 Streikende auf die Straße.
Die Gewerkschaften verhandeln für rund 2,6 Millionen Länderbeschäftigte, von denen etwa die Hälfte im Bildungsbereich an Schulen, Hochschulen und Landes-Kitas arbeiten. Darunter sind 245.000 angestellte und 684.000 verbeamtete Lehrkräfte. Rund zehn Prozent der rund 120.000 Lehrkräfte an öffentlichen Schulen sind angestellt. Weitere 20.000 Lehrkräfte unterrichten an privaten Schulen. Außerdem gibt es in Baden-Württemberg etwa 50.000 bis 60.000 studentisch Beschäftigte. Für sie fordern die Gewerkschaften einen Tarifvertrag.
Warnstreik im öffentlichen Dienst: Rund 800 Demonstrierende in Heidelberg
In Heidelberg demonstrierten laut ver.di zwischen 700 und 800 Angestellte des öffentlichen Dienstes. Der Demozug zog durch die Innenstadt und endete schließlich am Universitätsplatz. Im Anschluss fand dort noch eine Kundgebung statt. Beteiligt waren unter anderem Beschäftigte von Hochschule und anderen Einrichtungen des Landes.
Zuvor hatte die Gewerkschaft das PZN Wiesloch, das Zi Mannheim, die Universitäten Heidelberg und Mannheim, sowie deren Studierendenwerke, die Technische Hochschule Mannheim und die Duale Hochschule Baden-Württemberg zum Streik aufgerufen. Auch Beschäftigte des Arbeiter-Samariter-Bunds, in der Bewährungshilfe, von Vermögen und Bau BW sowie die Leibnitz-Institute sollten streiken.
600 Streikende nehmen an Demo in Tübingen teil
Auch in Tübingen haben am Dienstag Menschen demonstriert. Dort sind etwa 600 Beschäftigte aus Hochschulen, Schulen und der Landesverwaltung auf die Straße gegangen. Sie liefen mit Trillerpfeifen und Bannern durch Tübingen. Dabei beteiligten sich auch Beschäftigte der AOK Neckar-Fils und Neckar-Alb in der laufenden Tarifrunde bei der AOK.
Am Dienstag haben rund 600 Streikende in Tübingen demonstriert:
ver.di hatte alle Dienststellen in den Landkreisen Tübingen, Reutlingen und Esslingen zum Warnstreik aufgerufen. Hier beteiligen sich auch Beschäftigte der AOK Neckar-Fils und Neckar-Alb in der laufenden Tarifrunde bei der AOK.
Streik im öffentlichen Dienst: Auch Karlsruhe betroffen
In Karlsruhe wurden das Karlsruher Institut für Technologie, das Zentrum für Psychiatrie Calw, im Regierungspräsidium sowie das Theater bestreikt. Am Dienstag zog ein Demonstrationszug durch die Karlsruher Innenstadt. Im Anschluss fand eine Streik-Kundgebung statt.
Montag: 750 Teilnehmer in Stuttgart und Heilbronn
Am Montag beteiligten sich in Stuttgart und Heilbronn nach Angaben der Gewerkschaft rund 750 Beschäftigte aus allen Landeseinrichtungen an den Warnstreiks, darunter viele angestellte Lehrkräfte, Sozialpädagogen sowie Erzieher und Hochschulangestellte.
In Heilbronn betrafen die Warnstreiks unter anderem die Hochschulen und das Studierendenwerk, das Zentrum für Psychiatrie Weinsberg (Kreis Heilbronn) mit der Außenstelle in Schwäbisch Hall sowie die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg. Auch die Vermessungstechniker des Landratsamts Neckar-Odenwaldkreis legten die Arbeit nieder. Neben einer Kundgebung gab es auch einen Demonstrationszug durch die Innenstadt. Daran nahmen laut ver.di rund 300 Personen teil, gerechnet hatte die Gewerkschaft mit 200.
ver.di will "Investitionen in Menschen und Kaufkraft"
Die ver.di-Landesbezirksleiterin Maike Schollenberger sagte bei der Kundgebung in Stuttgart: "Wir streiken heute für einen starken öffentlichen Dienst. Wir streiken aber auch für die zentrale Weichenstellung in 2026: Verschärfen wir die wirtschaftliche Krise durch rigoroses und einseitiges Sparen bei abhängig Beschäftigten oder investieren wir in Menschen und Kaufkraft statt nur in Beton."
Tarifverhandlungen gehen am Mittwoch weiter
Am Mittwoch werden die Tarifverhandlungen in Potsdam fortgesetzt. Dabei fordert ver.di für die Arbeitnehmer sieben Prozent mehr Gehalt im Monat - mindestens aber 300 Euro zusätzlich, um die unteren Lohngruppen zu stärken. Zudem soll die Vergütung von Nachwuchskräften um 200 Euro im Monat steigen.