Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge bei den Industrie- und Handelskammern in BW ist 2025 stark zurückgegangen: Sie sank um 6,3 Prozent auf 37.453 Verträge, so der Vizepräsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK), Claus Paal. Dies sei ein Alarmsignal für die wirtschaftliche Zukunft des Landes.
"Fachkräftesicherung beginnt nicht morgen, sondern heute - mit einer starken und verlässlichen Ausbildung." Gerade in diesen herausfordernden Zeiten dürften sich die Betriebe nicht aus der Ausbildung zurückzuziehen, sondern sie müssten bewusst in die nächste Generation investieren.
Unternehmen besetzen Plätze seltener nach
Die Gründe für den Rückgang seien vielschichtig. Die Leiterin Berufliche Bildung und Fachkräfte bei der IHK Region Stuttgart, Andrea Bosch, weist auf die Wirtschaftsflaute hin.
Unternehmen reagierten vorsichtiger und besetzen frei werdende Ausbildungsplätze deutlich seltener nach. "Während Kündigungen während der Probezeit in früheren Jahren häufig bis in den Herbst hinein ausgeglichen wurden, blieb diese Nachbesetzung im Jahr 2025 weitgehend aus", so Bosch. Parallel dazu würden mehr Verträge in der Probezeit aufgelöst.
Industrie klagt über zu wenig geeignete Bewerber
Trotz zahlreicher offener Ausbildungsstellen berichten Betriebe weiterhin von Schwierigkeiten, geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu finden, so Bosch weiter. Industrieberufe seien vom Rückgang besonders stark betroffen.
Deutlich weniger Azubis gab es 2025 im Bereich der Industrie, beispielsweise bei Industriemechanikern, Industriekaufleuten und im Handel. Ein leichtes Plus wurde hingegen landesweit lediglich bei den Bankkaufleuten und den Berufen im Hotel- und Gaststättengewerbe verzeichnet.