Mit der Großbaustelle auf der Riedbahn zwischen Mannheim und Frankfurt hat die Bahn im vergangenen Jahr die sogenannten Generalsanierungen gestartet. Weitere Strecken folgen - auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Dabei gibt es jedoch Verzögerungen. Außerdem drohen wohl baustellenbedingte Sperrungen auf bereits sanierten Strecken, unter anderem der Riedbahn.
- Verzögerungen bei den Generalsanierungen
- Streckensperrungen auch nach der Sanierung möglich
- Betroffene Strecken in BW und RLP
- Das ist die Generalsanierung der Bahn
- Weitere Baustellen auch bei Stuttgart 21
Verzögerungen bei den Generalsanierungen
Die gesamte Sanierung wichtiger Bahnstrecken wird länger dauern als ursprünglich geplant - und zwar bis 2036. Die Deutsche Bahn und die Bundesregierung haben sich jetzt auf einen entsprechenden Zeitplan geeinigt. Ursprünglich sollten die Großbaustellen bis 2031 abgeschlossen sein.
Streckensperrungen auch nach der Sanierung möglich
Außerdem wird die Bahn womöglich ein zentrales Versprechen bei den sogenannten Generalsanierungen in einigen Fällen nicht einhalten. Sanierte Strecken sollten im Anschluss für mindestens fünf Jahre baufrei bleiben. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet am Donnerstag jedoch, dass die Bahn bereits zahlreiche Baustellen plane, die dieses Versprechen brechen würden. Ein Grund dafür sind dem Bericht zufolge mögliche spätere Inbetriebnahmen von elektrischen Stellwerken.
Ein Bahnsprecher sagte dazu, dass die Projekte unverändert so geplant seien, dass die sanierten Korridore nach Abschluss der Arbeiten für mindestens fünf Jahre frei von Baustellen seien. Man prüfe aber für einige wenige Strecken Konzepte für eine nachgelagerte Inbetriebnahme von Stellwerken.
Unter anderem die 2024 sanierte Riedbahn könnte laut dpa Anfang 2028 von Sperrungen betroffen sein. Anders als von der dpa berichtet, sei hier jedoch keine zeitweise Totalsperrung geplant, so ein Bahnsprecher. Auf der Strecke Koblenz-Mainz, die 2028 generalsaniert werden soll, droht laut dpa Anfang 2029 eine weitere längere Totalsperrung. Ob diese Baumaßnahmen tatsächlich umgesetzt werden, wird laut Bahn noch geprüft.
Betroffene Strecken in BW und RLP
In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind nach dem neuen Ablaufplan zwischen 2028 und 2034 sechs Strecken von Generalsanierungen betroffen. Los geht es zwischen Mainz und Köln, den Abschluss bildet die Strecke von Ulm nach Augsburg.
In Baden-Württemberg seien die großen Sanierungen der Bahn eher harmlos, weil es gute Ersatzstrecken gebe, erklärte der Heidelberger Bahnexperte Felix Berschin dem SWR. Als Beispiel nannte er die Strecke Strecke Heidelberg-Frankfurt. Diese verlaufe parallel zur 2024 sanierten Riedbahn. Fahrgäste dürften sich dort daher auf ähnliche Einschränkungen, Auswirkungen und Ersatzverkehre wie im vergangenen Jahr einstellen.
Auf der Strecke Stuttgart-Ulm gebe es mit der dann in Betrieb befindlichen ICE-Strecke über den Flughafen auch eine Ersatzstrecke, über die man Züge umleiten könne, so der Bahn-Experte. Diese Strecke soll mit Stuttgart 21 in Betrieb gehen. Das Konzept der Generalsanierungen sei seiner Meinung nach trotzdem Unsinn und reine Effekthascherei.
Bereits im nächsten Jahr wird die Strecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden saniert. Die Strecke führt durch Rheinland-Pfalz - unter anderem über Neuwied, Koblenz-Ehrenbreitstein und St. Goarshausen. Laut Bahn beginnen die Arbeiten im Juli und dauern bis Dezember 2026.
Das ist die Generalsanierung der Bahn
Bei der sogenannten Generalsanierung der Bahn werden die Strecken während der Bauarbeiten für rund ein halbes Jahr voll gesperrt. Ursprünglich waren bis zu neun Sanierungen pro Jahr geplant. Insbesondere bei den Wettbewerbern im Güterverkehr stieß der Plan auf Ablehnung, weil die Güterzüge während der Sperrungen oft deutlich weitere Umwege in Kauf nehmen müssen, als die Personenzüge. Der Ablauf der Baustellen wurde daher zuletzt noch einmal angepasst.
Die Finanzierung der Generalsanierungen ist laut Bundesverkehrsministerium gesichert. Mehr als 100 Milliarden Euro sollen in den nächsten Jahren dafür zur Verfügung stehen. Saniert werden sollen stark belastete und besonders störanfällige Knotenpunkte im bundesweiten Fernverkehr. Start der Arbeiten war im vergangenen Jahr auf der Riedbahn zwischen Mannheim und Frankfurt.
So aufwändig war die Sanierung der Riedbahn:
Weitere Baustellen auch bei Stuttgart 21
Eine andere Großbaustelle der Bahn in Baden-Württemberg ist das Projekt Stuttgart 21. Vom 13. September bis zum 17. Oktober gibt es hier wieder zahlreiche Streckensperrungen und Zugausfälle im Fern- und Regionalverkehr.
Im Dezember 2026 soll der Tiefbahnhof eröffnet und Stuttgart 21 in Teilen in Betrieb genommen werden. Doch für Zugreisende und Pendler werden die Einschränkungen bis dahin schlimmer als bisher schon. Wie im Mai bekannt wurde, soll es 2026 noch mehr Umleitungen, Schienenersatzverkehre und längere Fahrzeiten geben als in diesem Jahr.