32 Vögel pro Garten oder Park - das haben die Teilnehmenden der Zählaktion in diesem Jahr im Schnitt gemeldet. Das sei ein Tiefpunkt in der Geschichte der Zählaktion, so der NABU, der die Aktion zusammen mit anderen Naturschützern veranstaltet. Bei der ersten Ausgabe vor 15 Jahren waren es noch fast 46 Vögel pro Garten. Laut NABU setzt sich damit ein stetiger Abwärtstrend fort. Das zeige, dass selbst Allerwelts-Vogelarten seltener würden.
Vor allem weniger Spatzen gezählt
Besonders deutlich nach unten gingen die Zahlen in diesem Jahr bei den Spatzen, also Haus- und Feldsperling. Unklar ist aber, ob es am Winterwetter lag, das am Zählwochenende herrschte oder, ob sich der Mangel an Brutplätzen und Nahrung langfristig auf die Spatzenbestände auswirkt.
Trotzdem bleibt der Haussperling an der Spitze der Rangliste, sowohl bundesweit als auch in Rheinland-Pfalz wurde er am häufigsten gesichtet, gefolgt von Kohl- und Blaumeise.
Vogel-Zählaktion findet zwei Mal im Jahr statt
Die Zählaktion findet zwei Mal im Jahr statt. Am zweiten Januarwochenende rufen Naturschützer zur "Stunde der Wintervögel" auf und am zweiten Maiwochende "Zur Stunde der Gartenvögel" Die Aktion nimmt ganz bewusst Vögel in den Blick, die in Städten und Dörfern leben. Das heißt, die Menschen konnten die Vögel in ihrem Garten oder im nahen Park beobachten und zählen.
Wetter wirkt sich auf Vögelsichtungen aus
Ist das Wetter richtig winterlich, mit Schneedecke und Minustemperaturen, finden Vögel in der freien Natur weniger Nahrung und kommen gerne in die Gärten - vor allem, wenn dort gut gefüllte Futterhäuser stehen. Dann werden natürlich auch mehr Vögel gesichtet und gezählt. Schneit, regnet oder stürmt es allerdings sehr stark, bleiben die Vögel eher versteckt. Sie müssen dann Energie sparen und sind nicht so aktiv. Das sorgt dann für eher niedrige Beobachtungszahlen.
Vogelzählaktion eine Momentaufnahme
Jede einzelne Zählaktion ist also immer nur eine Momentaufnahme des jeweiligen Jahres. Einen Wert bekommen solche Beobachtungen erst dann, wenn sie regelmäßig über viele Jahre hinweg stattfinden.
Deswegen findet die Stunde der Wintervögel immer am zweiten Januarwochenende statt, mittlerweile seit 16 Jahren. Und je häufiger es sie gibt, desto weniger fällt ein einzelnes Jahr ins Gewicht. Wenn man sich das graphisch abgebildet in einem Kurvendiagramm vorstellt, ist ein Jahr wie dieses eine Spitze nach oben oder unten, die aber langfristig nichts an der Richtung der Kurve verändert.
Teilnahmebedingungen: Eine Stunde Zeit, Stift und Zettel
Wer an der Zählaktion teilnehmen will, muss nicht viele Voraussetzungen erfüllen: Man muss sich eine Stunde lang Zeit nehmen, die Vögel in der eigenen Umgebung beobachten und die einzelnen Arten zählen. Hilfe beim Vögel identifizieren gibt der NABU. Wichtig ist, immer die Höchstzahl einer Art aufzuschreiben, die gleichzeitig zu sehen ist: Das heißt, fliegt fünfmal eine Blaumeise vorbei, wird nur ein Exemplar notiert. Erst wenn fünf Meisen gleichzeitig zu sehen sind, wird die Zahl fünf aufgeschrieben. Alle Regeln zusammengefasst finden Sie hier.
Nach einer Stunde Beobachtung werden die Ergebnisse gemeldet - an den "Landesbund für Vogel- und Naturschutz" oder den NABU.