Im SWR Pop Up-Studio in Mainz hat Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sich im Interview zur Finanzierung des Deutschlandtickets, zur Zukunft des Personenverkehrs und zu den Problemen der Bahnsanierung in Rheinland-Pfalz geäußert.
Finanzierung für Deutschlandticket immer noch nicht geklärt
Es gebe drei Möglichkeiten für das Deutschlandticket, sagte Schnieder in einer Sonderausgabe des SWR-Talkformats Politik Backstage. Die Erste: Es wird so fortgesetzt, wie es bis jetzt besteht. Dazu fehlten aber noch 400 bis 800 Millionen Euro, die die Länder zusteuern müssten, so Schnieder. "Das Geld aus dem Infrastrukturtopf ist genau zweckgebunden", erklärt Schnieder, "der Bund kann 1,5 Milliarden Euro dazugeben."
Möglichkeit zwei: Es wird teurer, wenn die Finanzierung scheitert. Dann kämen auf Bahnfahrende Preiserhöhungen von 5 bis 7 Euro im Monat zu.
Und die letzte Alternative: Das Deutschlandticket kann nicht fortgesetzt werden.
Es gibt da einen Willen der Länder. Da sollte man zusammenfinden können, ich glaube nicht, dass es scheitert.
Vier Wochen lang weitere Behinderungen bei Mittelrheinbahn Noch mehr Zugausfälle zwischen Mainz und Koblenz
Seit zwei Wochen gibt es massive Behinderungen auf den Zugstrecken rund um Mainz. Kurzfristig kommt es seit Montag, 12. Mai, zu weiteren Ausfällen auf der Strecke Mainz-Koblenz.
Mittelrheintal-Baustellen: "Wir müssen besser kommunizieren"
Nachdem es harte Kritik an der kurzfristigen Kommunikation von Baustellen bei der Bahn im Mittelrheintal gab, wurde im rheinland-pfälzischen Landtag ein 'Schienengipfel' gefordert. Schnieder sagte, das zeige überhaupt erst einmal, dass es ein Problem gebe. Er habe mit der rheinland-pfälzischen Verkehrsministerin Katrin Eder (Grüne) gesprochen. "Wir sind uns einig, dass wir früher und besser kommunizieren müssen", sagte Schnieder.
Auf die künftig wegfallenden Familienreservierungen bei der Bahn angesprochen, sagte Schnieder, dass er das zum jetzigen Zeitpunkt mindestens schwierig und unklug finde. "Aber die Bahn bleibt das familienfreundlichste Verkehrsmittel", so Schnieder.
Schifffahrt hat zwei Probleme: Sanierungsstau und Personalmangel
Nicht nur auf der Mosel, in ganz Deutschland, gibt es viele Schleusen, die seit dem Kaiserreich in Betrieb sind. Die durchschnittliche Nutzungszeit liegt bei rund 80 Jahren, teilweise sind Binnenschleusen über 100 Jahre alt. Für gewisse Güter gibt es gar keine Alternative zur Wasserstraße", sagt Schnieder. Und deshalb setze er auf autonomes Fahren auf dem Wasser.
Da es zu wenige Binnenschiffer gebe, habe das Ministerium eine Testphase für autonome Binnenschiffe gestartet. Von jetzt acht Crewmitgliedern könne so in naher Zukunft auf einen Kapitän reduziert werden, der per Fernsteuerung drei Schiffe gleichzeitig lenke. Die Wasserstraße hat "großes Potenzial, gerade für den Klimaschutz, das wir heben müssen".