Die Teillegalisierung von Cannabis war noch von der Ampel-Koalition im Bund beschlossen worden. Zum 1. April 2024 wurden in einem ersten Schritt der Besitz, der private Anbau und der Konsum bestimmter Mengen Cannabis für Erwachsene erlaubt. Seit dem 1. Juli 2024 dürfen genehmigte Cannabis-Clubs unter staatlicher Kontrolle und strengen Auflagen Cannabis anbauen und an ihre Mitglieder abgeben.
Zahl an Cannabis-Clubs und Mitglieder nehmen zu
Knapp zwei Jahre später zeigt die Legalisierung Wirkung: Laut LSJV gibt es mittlerweile 30 legale Clubs im ganzen Land verteilt. Insgesamt 52 Anträge wurden gestellt. Davon wurden vier zurückgezogen, drei abgelehnt, zwei Erlaubnisse widerrufen, eine Erlaubnis zurückgegeben und zwei Vorgänge wegen fehlender Zuständigkeit weitergeleitet. Zehn Fälle befänden sich noch in Prüfung, so die Behörden.
Eine der aktiven Anbauvereinigungen ist der "Cannabis Social Clubs Rhoihesse" in Wörrstadt. Dessen Anbaurat Daniel Ehrlich spricht von einem kontinuierlichen Mitgliederwachstum.
Derzeit zählt der Club 385 Mitglieder, zeitweise gab es sogar einen Aufnahmestopp. Vor allem seien es immer mehr Menschen aus der Region und weniger von weiter weg. Die hätten inzwischen mit der steigenden Zahl an Clubs Alternativen mit weniger weitem Anfahrtsweg, sagte Ehrlich. Gleichzeitig bringen lokale Mitglieder mehr Umsatz, da sie häufiger vorbeikommen.
Strenge Kontrollen und gesetzliche Vorgaben
Laut Landesamt wird jeder Cannabis-Club vor der Erteilung einer Erlaubnis besichtigt. Auch Proben des Cannabis würden genommen. Neben sogenannten Regelprüfungen gibt es anlassbezogene Prüfungen, wenn beispielsweise Hinweise auf Mängel nach dem Konsumcannabisgesetz vorliegen.
Das Gesetz schreibt zudem vor, dass nur Personen ab 18 Jahren Mitglieder einer Anbauvereinigung werden dürfen. Die Mitgliederzahl ist auf 500 begrenzt. Der Versand und die Lieferung von Stecklingen sind ihnen verboten.