Wenn der 1. FC Kaiserslautern ein Heimspiel hat, ist das schon Stunden vorher in der Innenstadt zu spüren. Die Fußgängerzone ist voller als sonst - und viele Menschen sind mit Trikots oder roten T-Shirts unterwegs. Entlang der Eisenbahnstraße bilden sich immer größere Massen, die in Richtung Elf-Freunde-Kreisel in der Nähe des Hauptbahnhofs laufen.
Dort sind die Straßen gesperrt, weil besonders viel los ist. An den Ständen gönnen sich viele Fans noch schnell eine Wurst oder ein Getränk. Danach geht es die letzten Meter hoch auf den Betzenberg bis zu den Eingangstoren des Fritz-Walter-Stadions. Die Vorfreude steigt, denn alle wollen die Roten Teufel auf dem Rasen siegen sehen.
Studie: FCK belebt Innenstadt
Eine neue Studie zeigt, dass der FCK aber nicht nur auf dem Platz punktet. Die private Wirtschaftshochschule WHU bei Koblenz hat zusammen mit einem Kölner Informationsunternehmen die Innenstädte der Vereine aus der 1. und 2. Bundesliga analysiert. Mit Lasern sind die Besucherströme an den Spieltagen gemessen worden - und das über vier Spielzeiten.
Herausgekommen ist, dass der Effekt in Kaiserslautern bei Heimspielen des FCK am größten ist. Hier finden besonders viele Menschen den Weg in die Innenstadt, wenn die Roten Teufel spielen. Die Studie hat ein Plus von 23,2 Prozent ergeben. Das ist der beste Wert aller gemessenen Fußballvereine. Selbst Borussia Dortmund (+ 17,2 Prozent) oder Rekordmeister FC Bayern München (+ 9,5 Prozent) können in der Wertung nicht mithalten.
Günstige Lage des Stadions in Kaiserslautern
Das hat vor allem mit der zentralen Lage des Fritz-Walter-Stadions in Kaiserslautern zu tun. Im Schnitt kommen fast 47.000 Zuschauer zu den Heimspielen. Viele Fans gehen auf dem Weg ins Stadion durch die Innenstadt. Das belebt laut der Studie die City.
"Je näher das Stadion an zentralen Lagen liegt und je stärker der Weg dorthin durch die City führt, desto eher wird der Spieltag dort sichtbar. Kaiserslautern, Leverkusen oder Hannover profitieren genau von dieser Logik", heißt es in der Studie. Die stellt auch einen Zusammenhang zur Anstoßzeit her. Heißt also: Spielt der FCK am Nachmittag, dann ist der Effekt für die Innenstadt größer als bei Abendspielen.
Handelsverband spürt das Plus bei FCK-Spielen nicht
Doch es gibt auch Kritik an der Studie der WHU. So sieht der Handelsverband Südwest keinen besonderen Effekt für den Einzelhandel in der Innenstadt bei FCK-Heimspielen. Laut Geschäftsführer Thomas Scherer machen die Händler an solchen Spieltagen nicht mehr Umsatz als sonst.
Der Handelsverband begründet das mit einer veränderten Fankultur. "Früher war es so, dass die ganze Familie in die Stadt gefahren ist. Ein Teil ging auf den Betze, der andere Teil zum Einkaufen. Inzwischen kommen die Leute für das Spiel und sie gehen vorher und nachher in die Gastronomie. Der Handel hat nur in Teilen was von den gesteigerten Frequenzen", sagt Thomas Scherer.
Damit der Einzelhandel von den Besucherströmen des 1. FC Kaiserslautern profitieren kann, müsste es nach Scherer mehr Events und Aktionen in der Innenstadt in Verbindung mit dem Fußball geben: "Das können zum Beispiel Sonderrabatte sein, wenn der FCK Tore schießt, um mal eine Idee in den Raum zu werfen."
Citymanagement freut sich über die Studie
Positiver bewertet das Citymanagement der Stadt Kaiserslautern die jüngste Studie der privaten Wirtschaftshochschule: "Spieltage sind weit mehr als ein sportliches Ereignis im Fritz-Walter-Stadion. Sie bringen Menschen in die Innenstadt, schaffen Begegnungen und beleben unsere Plätze, Straßen und Geschäfte. Besonders die Gastronomie dürfte von den zusätzlichen Besuchern profitieren."
Das kann Alf Schulz bestätigen. Der Gastronom ist Dehoga-Kreisvorsitzender in Kaiserslautern. "Die Gastronomen in der Innenstadt profitieren sehr von den FCK-Heimspielen. Gerade nach den Spielen am Mittag kommen viele Fans", erzählt Schulz und stellt klar: "Die Gastro profitiert von jeder Veranstaltung in der Innenstadt."
Dehoga: Hotels in Kaiserslautern profitieren
Doch nicht nur die Restaurants und Kneipen sind laut Schulz ein Gewinner bei den FCK-Heimspiele: "Auch die Hotels verzeichnen bei FCK-Spielen mehr Übernachtungen. Gerade wenn die Gästefans eine weite Anreise haben." Aber nicht nur Gäste-Fans reisen an. Der FCK hat auch international viele Fans und Fanclubs. Die brauchen ebenso eine Übernachtungsmöglichkeit in der Stadt.